Wärme für 500.000 Wohneinheiten
Hamburg, 01.12.2020Der städtische Wärmeversorger Wärme Hamburg hat eine wichtige Zielmarke erreicht: Mit dem Anschluss eines Wohngebäudes im Pergolenviertel liefert das Unternehmen ab sofort Wärme für umgerechnet 500.000 Wohneinheiten. Mit einberechnet in diese Zahl ist auch der Wärmeabsatz an Industrie und Gewerbekunden. Seit dem Einstieg der Stadt Hamburg in das Unternehmen Ende 2011 ist die Zahl der Wohneinheiten um rund 60.000 bzw. 14 Prozent gewachsen.
Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft und Aufsichtsratsvorsitzender bei der Wärme Hamburg GmbH:
„Die Fernwärme wächst. Das ist richtig so und das ist unser erklärtes Ziel. Die jetzt erreichte Marke ist ein echter Erfolg für die Wärmewende und gleichzeitig nur ein erster Meilenstein. Fernwärme ist konkurrenzfähig und sie wird im Zuge der Wärmewende immer klimafreundlicher. Mit dem Kohleausstieg in der Wärme und dem Energiepark Hafen sind wir in Hamburg bundesweit Vorreiter in einem Bereich, der enormes Potenzial bietet, um beim Klimaschutz voranzukommen.“
Michael Beckereit, Geschäftsführer der Wärme Hamburg:
„Für uns als zweitgrößter Fernwärmeversorger Deutschlands ist dies ein bedeutender Meilenstein. Die Fernwärme wird in Metropolen wie Hamburg immer wichtiger. Das zeigen sowohl steigende Kundenzahlen als auch steigende Marktanteile. Wenig Platzbedarf, nahezu vollständige Wartungsfreiheit und vor allem ein stetig wachsender Anteil klimaneutraler Wärmeerzeugung sind starke Argumente für unsere Heizungstechnologie. Der Umstieg von Kohleverbrennung auf Abwärmenutzung macht aus der Stadtheizung von 1894 die Heizungsform der Zukunft.“
Dennis Voss, Vorstandsmitglied der Wohnungsbaugenossenschaft KAIFU-NORDLAND, in deren Bestand die 500.000. Wohneinheit liegt:
„Für uns als genossenschaftlich organisierter Partner für sozial gerechtes Wohnen ist die Fertigstellung dieses Neubauvorhabens ein wichtiger Meilenstein. Uns überzeugt die Gesamtkonzeption im Pergolenviertel und wir freuen uns über ein attraktives Wohnungsangebot in Verbindung mit einer nachhaltigen Wärmeversorgung. Wir setzen auch bei anstehenden Modernisierungen im Bestand auf diese zukunftsorientierte Heizungsform.
Ziel: Marktanteil von 35 Prozent leitungsgebundener Fernwärme
Mit der 500.000. Wohneinheit erreicht die Wärme Hamburg eine Marke, die zu Beginn des Wiedereinstiegs der Stadt Hamburg im Jahr 2011 mit dem Fernwärmeunternehmen vereinbart wurde. Die mittlerweile wieder zu 100 Prozent im städtischen Besitz befindliche Gesellschaft hat dieses Ziel nun erreicht und will künftig noch deutlich stärker wachsen. Neben der reinen Verdichtung innerhalb des bestehenden 850 Kilometer langen Netzgebiets ist in den kommenden Jahren ein erheblicher Ausbau des Fernwärmesystems geplant. Der Senat hat das Ziel ausgegeben, dass die leitungsgebundenen Wärmeversorger ihren Marktanteil von 2020 bis 2030 von 25 auf 35 Prozent steigern sollen. Die Wärme Hamburg als mit Abstand größter Fernwärmeversorger der Hansestadt will zur Zielerreichung maßgeblich beitragen.
Erzeugungspark klimaneutral bis 2030
Parallel zum Wachstum stellt die Wärme Hamburg bis 2030 den gesamten Erzeugungspark auf eine kohlefreie und überwiegend klimaneutrale Wärmeerzeugung um. Bis 2025 soll in einem ersten Schritt das Kohlekraftwerk Wedel durch den Energiepark Hafen an der Dradenau ersetzt werden. In einem zweiten Schritt soll bis 2030 der Ersatz des Kohlekraftwerks Tiefstack folgen. Ein wesentlicher Bestandteil des deutschlandweit in dieser Form einzigartigen Wärmekonzepts ist die Nutzung von Abwärme aus der Grundstoffindustrie. Die Wärme Hamburg wird bis 2030 so den größten Einzelbeitrag zur Erreichung der Hamburger Klimaziele erbringen.
Was ist eine Wohneinheit?
Definition Wohneinheit: Eine Wohneinheit entspricht dem Wärmebedarf einer durchschnittlichen 70m2-Wohnung in Hamburg. Die Zahl der direkten Kunden der Wärme Hamburg liegt bei etwa 12.000. Darunter sind Wohnungsunternehmen mit tausenden Haushalten, große Industriebetriebe und große Gebäude wie die Elbphilharmonie.
Ansprechpartner: Stefan Kleimeier