Power-to-Heat: Aus Ökostrom wird grüne Wärme
Sie koppeln den Strom- mit dem Wärmesektor: Power-to-Heat-Anlagen sind ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Wärmewende. Die netzdienlichen Anlagen kommen zum Einsatz, wenn es ein Überangebot an erneuerbaren Energien gibt, der über die Stromleitungen nicht abtransportiert werden kann. Das Prinzip dahinter heißt Nutzen statt Abregeln: Die Anlagen nehmen Ökostrom ab und wandeln ihn in grüne Fernwärme. Sie sorgen dafür, dass das Stromnetz stabil bleibt und Windkraftanlagen nicht abgeregelt werden müssen. Die Vorteile der Sektorenkopplung:
- Stromnetz entlasten
- Ökostrom effizient und regional nutzen
- Einsatz fossiler Brennstoffe reduzieren
- CO2-Emissionen senken
Wie funktioniert Power-to-Heat?
Die Funktionsweise ist denkbar einfach. Die Wind-zu-Wärme-Anlagen basieren auf dem Prinzip eines Wasserkochers oder Tauchsieders: Der Strom aus erneuerbaren Energien erwärmt das Wasser im Elektrokessel. Die Wärme wird über Wärmetauscher an das Heizwasser des Hamburger Stadtwärmenetzes abgegeben und als grüne Fernwärme eingespeist.
Unsere Power-to-Heat-Anlagen
Power-to-Heat-Anlagen sind ein gutes Beispiel für Sektorenkopplung und damit ein weiterer Baustein der Energiewende. Mit ihrer Eigenschaft Ökostrom in Wärme umzuwandeln, sind sie ein wichtiger Bestandteil unseres Portfolios. Sie tragen dazu bei, dass wir unseren Anteil grüner Fernwärme in den kommenden Jahren weiter ausbauen können.
Als Hamburger Energiewerke betreiben wir inzwischen eine 100 Megawatt Anlage am Standort Wedel sowie die 45 Megawatt Anlage Karoline in der Hamburger Innenstadt. Und auch die im Bau befindliche Gas- und Dampfturbinen-Anlage auf der Elbinsel Dradenau erhält eine 30 Megawatt Anlage. Wir sind überzeugt davon, dass diese flexiblen Lasten im Energiesystem der Zukunft eine wesentliche Rolle spielen.
Power-to-Heat-Anlage Karoline
Am Standort des Umspannwerks Karoline, im Hamburger Karolinenviertel, wandelt die gleichnamige Power-to-Heat-Anlage Windstrom in Wärme um. Sie leistet direkt in der Hansestadt ihren Beitrag zur Sektorenkopplung.
Als Pionier profitiert unsere Wind-zu-Wärme-Anlage Karoline von einer Gesetzesnovelle. Sie ist seit März 2025 im Einsatz und damit deutschlandweit die erste Anlage, die vorausschauend zur Stromnetzentlastung eingesetzt wird. Das heißt, wenn der Übertragungsnetzbetreiber für den Folgetag überschüssige Strommengen prognostiziert und uns diese zuteilt, können wir Karoline zu einem vergünstigten Strompreis wirtschaftlich betreiben.
Die Anlage ist also mit Ökstrom im Betrieb, bevor ein Netzengpass entsteht, während die Wedeler Anlage als klassische Redispatch-Maßnahme läuft, wenn es bereits zu einer Netzüberlastung gekommen ist. Die PtH-Anlage Karoline wurde bereits im November 2018 in Betrieb genommen, um die Versorgungssicherheit in der Fernwärme abzusichern. Erfreulicherweise kam sie dafür aber noch nicht zum Einsatz.
Power-to-Heat-Anlage Dradenau
Im neu entstehenden Energiepark Hafen wird ebenfalls eine Power-to-Heat-Anlage mit einer Leistung von 30 Megawatt integriert. Die Anlage nutzt Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind oder Solar, um in einem Elektrokessel Dampf zu erhitzen. Die so erzeugte Wärme wird an das Fernwärmenetz übertragen.
FAQ
Die Wedeler Anlage kommt als klassische Redispatch-Maßnahme im Falle einer bereits bestehenden Netzüberlastung zum Einsatz. Gesetzliche Grundlage ist der Paragraph 13 Absatz 6a des Energiewirtschaftsgesetzes. Die Bestandsanlage Karoline wird im Rahmen des neuen Instruments Paragraph 13k im Energiewirtschaftsgesetz („Nutzen statt Abregeln“) eingesetzt.