Power-to-Kälte: Kühlung aus Windstrom
Das Fernkältewerk in der Hamburger City Nord ist ein Beispiel für Sektorenkopplung: Nach einer Modernisierung der vier Kältemaschinen in 2022 wandelt es Strom aus Erneuerbaren Energien in Kälte um. Dank dieser Power-to-Kälte-Technologie können wir mit Windstrom die Büros und Rechenzentren in der City Nord kühlen.
Der Einsatz dieser Anlagen bietet zwei große Vorteile. Zum einen wird der Strombedarf des Fernkältewerks reduziert, was die CO2-Emissionen um bis zu 900 Tonnen pro Jahr senkt. Zum anderen erlaubt die hohe Flexibilität der neuen Kältemaschinen es dem Fernkältewerk besser auf das volatile
Stromangebot erneuerbarer Energiequellen zu reagieren. Das zwölf Kilometer lange Kältenetz wird hierbei als Speicher genutzt und ermöglicht so eine strommarktorientierte Erzeugung von Kälte. Damit leistet das Fernkältewerk mittels Sektorenkopplung einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der
Stromnetze.
1968 war das Fernkältewerk in der City Nord bundesweit die erste öffentliche Fernkälteanlage, die eine zentralisierte Form der Kälteversorgung bietet. Noch heute versorgt das Werk fast alle klimatisierten Gebäude der Bürostadt über ein zwölf Kilometer langes Leitungsnetz – die Betriebsführung erfolgt durch die Hamburger Energiewerke im Auftrag der Fernkälte Geschäftsstadt Nord GbR. Die Kälte wird nicht nur für ein angenehmes Arbeitsklima in den angeschlossenen Büros benötigt, sondern auch für sensible Rechenzentren und Serverräume.