Drohnenbild im Panorama-Modus von der Landzunge Tiefstack mit dem Kraftwerk auf der linken Seite und rechts im Bildanschnitt die Halbinsel Kaltehofe mit alten Trinkwasser-Filterbecken.
Kohleausstieg

Energiepark Tiefstack

Transformation der Wärmeerzeugung am bestehendem Kraftwerksstandort

Der Energiepark Tiefstack ist ein Schlüsselprojekt für die Energiewende in Hamburg. Er ersetzt das bisherige Heizkraftwerk Tiefstack, das als letztes Kohlekraftwerk der Stadt bis spätestens 2030 vom Netz genommen wird. Für den modularen Erzeugungsstandort erschließen die Hamburger Energiewerke Wärmequellen aus industrieller und thermischer Abwärme und Wärme aus Flusswasser. Ergänzt werden diese Quellen durch ein Gaskraftwerk. Mit den neuen Wärmequellen, stellen wir die Versorgung breiter auf und verringern schrittweise den Einsatz von Kohle in der Fernwärmeversorgung.

Grafik mit Karte zum Energiepark Tiefstack
Drohnenbild im Panorama-Modus von der Landzunge Tiefstack mit dem Kraftwerk auf der linken Seite und rechts im Bildanschnitt die Halbinsel Kaltehofe mit alten Trinkwasser-Filterbecken.

Der Energiepark Tiefstack und die Transformation des Heizkraftwerks Tiefstack

Der künftige Energiepark Tiefstack zeichnet sich durch die Nutzung von unvermeidbarer Abwärme aus der Industrie sowie aus der Müllverwertung im direkten Umfeld des bestehenden Heizkraftwerks aus. Der Kupferhersteller Aurubis und die Müllverwertungsanlage Borsigstraße speisen bereits heute Abwärme in das Hamburger Stadtnetz ein.
Der Standort des seit 1993 bestehenden Heizkraftwerks durchläuft eine umfassende Transformation – und das im laufenden Betrieb. Kernprojekte sind dabei der Bau einer 60-Megawatt-Flusswasser-Wärmepumpe und eines Wärmespeichers. Eine optimierte Hydraulik am Standort sorgt künftig dafür, dass große Mengen Wärme in das Fernwärmenetz integriert werden können. 

Die Hamburger Energiewerke haben das Heizkraftwerk Tiefstack im Jahr 2009 um eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) erweitert. Im Zuge der Transformation des Standorts ersetzen sie zudem die bestehende Kohleverfeuerung durch Gas. In besonders kalten Wintern oder bei Ausfällen von Wärmeerzeugern sichern die Hamburger Energiewerke so die zuverlässige Wärmeversorgung.

Ein  Mix aus unterschiedlichen Wärmequellen

Der Energiepark Tiefstack setzt neben dem Einsatz von Gas auf eine Kombination aus verschiedenen klimaneutralen Wärmequellen wie unvermeidbare Abwärme oder erneuerbare Wärme, um die Steinkohle abzulösen. Diese Wärmequellen sind bereits teilweise in Betrieb oder befinden sich in der Umsetzung:

Das Foto zeigt den zylindrischen Druckwärmespeicher der Hamburger Energiewerke. Im Hintergrund erkennt man das Aurubis-Werk.Druckwärmespeicher der Hamburger Energiewerke, im Hintergrund das Aurubis-Werk

 

Industrielle Abwärme aus der Produktion bei Aurubis wird für Hamburg nutzbar gemacht.

Ein wesentlicher Bestandteil des Energieparks Tiefstack ist die Nutzung industrieller Abwärme aus der Kupferproduktion von Aurubis. Diese Abwärme entsteht als Nebenprodukt in der Kupferproduktion und wird über einen Druckwärmespeicher auf der Binneninsel Peute ins Fernwärmenetz eingespeist. 

  • Leistung: 40 MW
  • Versorgungskapazität: bis zu 20.000 Haushalte

Die Abwärme kann je nach Bedarf in das Hamburger Stadtnetz eingespeist werden. Dieses Projekt ist aufgrund seiner Größe und Komplexität einzigartig in Deutschland.

Die Grafik stellt den Prozess der Wärmeauskopplung in der Müllverwertungsanlage Borsigstraße bis zur Einspeisung ins Stadtnetz der Hamburger Energiewerke dar.
Der Weg der Wärme aus der Müllverwertungsanlage Borsigstraße ins Stadtnetz

Die Abwärme aus der Müllverwertungsanlage wird ins Fernwärmenetz eingespeist

Bereits seit 1994 liefert die Müllverwertungsanlage Borsigstraße (MVB) unvermeidbare Abwärme ins Hamburger Fernwärmenetz. Durch eine innovative Rauchgaskondensation wird seit 2024 zusätzliche Abwärme aus der Müllverbrennung zurückgewonnen, die einen Teil der Steinkohle in der Fernwärmeerzeugung ersetzt. 

  • Leistung: bis zu 160 MW
Die Grafik stellt den Prozess der Wärmeauskopplung in der Müllverwertungsanlage Borsigstraße bis zur Einspeisung ins Stadtnetz der Hamburger Energiewerke dar.
Der Weg der Wärme aus der Müllverwertungsanlage Borsigstraße ins Stadtnetz

Die Abwärme aus der Müllverwertungsanlage wird ins Fernwärmenetz eingespeist

Bereits seit 1994 liefert die Müllverwertungsanlage Borsigstraße (MVB) unvermeidbare Abwärme ins Hamburger Fernwärmenetz. Durch eine innovative Rauchgaskondensation wird seit 2024 zusätzliche Abwärme aus der Müllverbrennung zurückgewonnen, die einen Teil der Steinkohle in der Fernwärmeerzeugung ersetzt. 

  • Leistung: bis zu 160 MW

Das Foto zeigt die Elbe vor dem Heizkraftwerk Tiefstack.Die Flusswasserwärmepumpe nutzt die Wärme der Elbe

Der neue Wärmespeicher in Tiefstack sorgt für die flexible Nutzung der Wärme

Die Hamburger Energiewerke errichten am Standort Tiefstack einen Wärmespeicher mit 40.000 m3 Volumen. Dieser ermöglicht es, die klimaneutrale Wärme aus unvermeidbarer Abwärme und Großwärmepumpen optimal zu nutzen, indem die Wärme zwischengespeichert und flexibel ins Netz eingespeist wird.

  • Geplante Leistung: 60 MW
  • Status: In Planung

Zusätzlich wird eine zweite Flusswasser-Wärmepumpe geben, für die aktuell mögliche Standorte geprüft werden.  

Das Foto zeigt die Elbe vor dem Heizkraftwerk Tiefstack.Der noch im Bau befindliche Wärmespeicher am Kraftwerksstandort

Eine Grosswaermepumpe gewinnt Umweltwärme aus dem Flusswasser der Billwerder Bucht

Die geplante Flusswasser-Wärmepumpe nutzt die natürliche Wärme der Elbe, um Wärmeenergie für das Fernwärmenetz zu gewinnen. Dieses Verfahren funktioniert unabhängig von der Aussentemperatur.

  • Funktion: Zwischenspeicherung überschüssiger Wärme für eine flexible Netzauslastung
  • Status: Im Bau

Der Speicher sorgt für eine stabile Wärmeversorgung, auch wenn der Wärmebedarf bei den Hamburgerinnen und Hamburgern kurzfristig steigt oder eine Wärmequelle vorübergehend weniger Leistung als geplant liefert.

Hamburgs Wärmezukunft – Meilensteine bis 2030

Der Energiepark Tiefstack ist ein zentraler Bestandteil der Hamburger Wärmewende und trägt dazu bei, die Klimaziele der Stadt zu erreichen.

Nächste Schritte:

  • 2023/2024: Fernwärme aus Abfällen der MVB Borsigstraße – Seit Inbetriebnahme der erweiterten Wärmenutzung im April 2024 werden rechnerisch bis zu 35.000 Haushalte zusätzlich mit klimneutraler Wärme aus der Müllverwertung versorgt*
  • Heizperiode 2024/2025: Start der Lieferung unvermeidbarer Abwärme von Aurubis – dieses Projekt ermöglicht die klimaneutrale Wärmeversorgung von bis zu 20.000 Hamburger Haushalten.*
  • in Planung: Bau eines Wärmespeichers Tiefstack – Ermöglicht eine flexible Nutzung der Wärme durch Speicherung überschüssiger Energie und erhöht die Versorgungssicherheit
  • in Planung: Bau einer Flusswasser-Wärmepumpe in der Billwerder Bucht – mit einer Leistung von 60 Megawatt ist dieses Projekt ein wichtiger Bestandteil, um den Anteil an erneuerbarer Wärme in der  Fernwärmeversorgung zu erhöhen.
  • Bis spätestens 2030: Ablösung der Kohlefeuerung in Tiefstack – dieser Meilenstein besiegelt den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg in Hamburg.

* Bei einem Durchschnittshaushalt von 70 m2 und einem Verbrauch von 7.500 kWh.

Beteiligungsprozess – Bürgerinnen und Bürger gestalten die Energiewende mit

Die Entwicklung eines Konzepts für den Energiepark Tiefstack wurde unter Federführung der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) durch Hamburgerinnen und Hamburger in einem umfassenden Beteiligungsprozess in den Jahren 2021 und 2022 begleitet. Ziel war es, Bürgerinnen und Bürger, Umweltorganisationen und Unternehmen frühzeitig einzubinden und eine transparente Wärmewende zu gestalten.

Über eineinhalb Jahre hinweg fanden zehn Workshops mit einem breit aufgestellten Beteiligungsgremium statt. Der vorliegende Abschlussbericht stellt die öffentliche Nachvollziehbarkeit und Transparenz des Beteiligungsprozesses für das entwickelte Lösungskonzepts sicher.

 

Häufig gestellte Fragen 

Ihre häufigsten Fragen beantworten wir gerne an dieser Stelle und auch in den Diskussionsveranstaltungen unseres Zukunftsdialogs.