Ausbau der Fernwärme in Hamburg
Wir bei den Hamburger Energiewerken haben uns im Einklang mit dem Hamburger Klimaschutzgesetz das ambitionierte Ziel gesetzt, Hamburg bis 2040 mit 100 Prozent klimaneutraler Wärme zu versorgen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist der frühzeitige Kohleausstieg, der in Hamburg bereits bis 2030 abgeschlossen sein soll – deutlich früher als der bundesweite Kohleausstieg, der bis 2038 vorgesehen ist. Dieser frühzeitige Ausstieg ist verbindlich im Hamburgischen Klimaschutzgesetz festgelegt und setzt ein starkes Signal für die Wärmewende der Stadt.
Um dieses Ziel zu erreichen, stellen wir die Fernwärmeversorgung in Hamburg vor allem auf klimafreundliche und lokale Energiequellen um. Dieser Wandel macht Hamburg unabhängiger von fossilen Brennstoffen und sorgt für eine zuverlässige, nachhaltige Wärmeversorgung.
Als Großstadt ist Hamburg verpflichtet, bis 2026 eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen – das Stadtnetz ist dafür ein zentrales Rückgrat. Bis 2028 steigt der Anteil klimaneutraler Wärme im Stadtnetz auf 50 Prozent, mit dem Ziel, bis 2040 vollständig klimaneutral zu sein.
Themen rund um den Fernwärmeausbau
Der Standortvorteil Hamburg – Effiziente Wärmeversorgung in einer Millionenmetropole
Hamburg als Industrie- und Hafenstadt sowie Millionenmetropole bietet ideale Bedingungen für eine klimafreundlichere Fernwärmeversorgung. Wir nutzen standorttypische Potenziale wie Abwärme aus Industrie, Wärme aus Abwasser und Müllverwertung – und machen diese lokal nutzbar. Besonders in dicht besiedelten Städten kann Fernwärme große Mengen klimafreundlicher Wärme erschließen und effizient liefern. Im Gegensatz zu Strom und Gas, die über weite Distanzen transportiert werden können, ist Fernwärme in ihrer Verteilung immer lokal: Wir nutzen verstärkt lokale Wärmequellen und berücksichtigen die spezifischen Gegebenheiten der Stadt. Damit leisten wir den größten Beitrag zu Hamburgs Klimazielen und reduzieren auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffimporten und tragen zu einer langfristigen Versorgungssicherheit bei.
Bereits jetzt gehen wir als Vorbild in Deutschland voran: Bis 2028 werden wir den Anteil der klimaneutralen Wärme im 900 Kilometer langen Stadtnetz auf 50 Prozent steigern. So setzen wir schon heute Maßstäbe für eine nachhaltige und zukunftssichere Wärmeversorgung in Hamburg.
Der Bedarf an klimaneutraler Fernwärme wächst
Noch immer heizen in Deutschland viele Haushalte mit fossilen Energieträgern – jeder zweite nutzt Gas, jeder vierte Öl. Der Umstieg auf klimaneutrale Fernwärme wird also immer dringlicher, um die CO2-Emissionen zu senken.
Auch der Wärmebedarf in Hamburg verändert sich – immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger setzen auf klimaneutrale Fernwärme, um fossile Heizsysteme zu ersetzen. Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig der Ausbau der Fernwärme für eine nachhaltige Wärmeversorgung ist. Der Ausbau wächst stetig, und die Zahl der Anschlüsse nimmt zu.
Die Fernwärme der Hamburger Energiewerke
Unsere Fernwärme ist in zwei Bereiche unterteilt: das Stadtnetz und die dezentralen Netze und Quartierslösungen. Unser Ziel ist es, möglichst vielen Hamburgerinnen und Hamburgern eine zuverlässige und nachhaltige Wärmeversorgung zu bieten.
Der Ausbau des Stadtnetzes erfolgt in zwei Bereichen: Zum einen geht es um die Verdichtung in bereits gut versorgten Gebieten, zum anderen um den Ausbau jenseits des bestehenden Stadtnetzes. An den passenden Stellen erweitern wir das Netz, um eine noch zuverlässigere und flexiblere Wärmeversorgung zu ermöglichen.
Auch für Gebiete der Stadt, die nicht im Einzugsbereich des Stadtnetzes liegen, prüfen wir gezielt die Potenziale für dezentrale Wärmenetze – wie etwa in Wilhelmsburg. Ergänzend entwickeln wir Quartierslösungen, die direkt vor Ort eine maßgeschneiderte Versorgung ermöglichen.
Im Stadtnetz setzen wir dabei auf verschiedene Wärmequellen, wie Heizkraftwerke (HKW), Abwärme aus der Industrie und in Zukunft auch Flusswasser-Wärmepumpen. In den dezentralen Netzen kommen künftig auch Geothermie und Luft-Wärmepumpen zum Einsatz. Diese Quellen stellen sicher, dass wir klimaneutrale Wärme liefern und so die Wärmewende Hamburgs aktiv vorantreiben.
Unsere Fernwärme basiert auf lokalen Wärmequellen, was uns nicht nur unabhängiger von internationalen Lieferketten macht, sondern auch eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet. So können wir eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Wärme bieten, die den Anforderungen der Energiewende gerecht wird.
Investitionen in Hamburgs Wärmezukunft
Die Hamburger Energiewerke (HEnW) investieren massiv in die Zukunft der Wärmeversorgung. Bis 2040 sind Milliardeninvestitionen vorgesehen, um Hamburgs Wärmesystem auf eine klimaneutrale Zukunft auszurichten. Diese Investitionen fließen sowohl in die Erzeugung, etwa in neue Anlagen und Speichertechnologien, als auch in den Ausbau des Netzes, das Leitungen und Hausanschlüsse umfasst.
Einige unserer Projekte erhalten dabei Fördermittel, wie zum Beispiel die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), die uns bei der Umsetzung unserer ehrgeizigen Ziele unterstützt.
Der langfristige Nutzen dieser Investitionen ist klar:
Mit diesen Maßnahmen sichern wir eine nachhaltige Wärmeversorgung für Hamburg und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende und den politischen Klimazielen der Stadt.