Teil-Sprengung der Kesselhäuser am Standort Moorburg
Hamburg, 23.03.2025Foto: Hagedorn Unternehmensgruppe
Heute ist eines der beiden Kesselhäuser des ehemaligen Kraftwerks Moorburg gesprengt worden. Ursprünglich war vorgesehen, beide Kesselhäuser zu Fall zu bringen. Das erste Kesselhaus fiel wie geplant. Die Ursache, wieso das zweite, baugleiche Kesselhaus nicht zu Boden ging, wird aktuell noch geprüft.
In den vergangenen Wochen war die Sprengung der insgesamt rund 24.000 Tonnen schweren Gebäude intensiv vorbereitet worden. Dabei lag der Fokus insbesondere auf den umfangreichen Schutzmaßnahmen.
Besonders sensible Infrastrukturen wie Schaltanlagen und Hochspannungsmasten hatte das Hagedorn-Team durch ein mehrstufiges Schutzkonzept gesichert. So wurde zum Beispiel ein Holzverschlag um die Stützen gebaut, darüber wurde ein Steinschlagschutznetz gespannt, um potenziellen Splitterflug einzudämmen. Darüber hinaus kamen Schutzgerüste zum Einsatz, während besonders gefährdete Bauwerke vollständig eingehaust und mit Schutzcontainern gesichert wurden. Diese Maßnahmen wurden in enger Abstimmung mit den Versorgungsunternehmen durchgeführt, um eine unterbrechungsfreie Energieversorgung in der Umgebung zu gewährleisten.
Für die gezielte Sprengung waren weitere umfangreiche Vorbereitungen erforderlich. Insgesamt waren dafür rund 1.850 Bohrungen in den Stahlbetonstützen im Keller nötig. Pro Kesselhaus wurden etwa 600 Kilogramm Sprengstoff eingesetzt. Beide Kesselhäuser wurden für eine Fallrichtungssprengung mit Kipprichtung West vorbereitet. Vor jedem Kesselhaus waren Fallbetten in Rippenform aufgeschüttet worden, um den Aufprall kontrolliert abzudämpfen. Teil der Maßnahmen waren auch die gezielte Vorschwächung des Bauwerks sowie die kontrollierte Trennung und Schwächung von Rohrleitungen und Lüftungskanälen. Rohrverbindungen zu den Bestandsgebäuden wurden vollständig getrennt. Zudem wurden potenzielle Flugobjekte wie Gitterroste und Blitzschutzsteine von den Dachflächen entfernt und gesichert. Mit Hilfe modernster Maschinen trugen die Abbruchspezialisten die Fassaden bis auf eine Höhe von 50 Metern ab und entfernten sämtliche Einbauten und Geräte bis auf 23 Meter aus den Kesselhäusern. Wie bereits bei der Sprengung der Kamine im November 2024 kam das bewährte Verfahren der Wasservollraumsprengung zum Einsatz, das eine reduzierte Lärmentwicklung ermöglicht. So wurden die Stützen der Kesselhäuser mit Wasser befüllt und jeweils mit Ladungen bestückt.
Zur Reduzierung der Staubentwicklung wurden 30 mit jeweils zwei Kubikmetern Wasser gefüllte Pools strategisch platziert. Durch die Zündung von Sprengschnüren im Wasser entstand eine Wasserwand, die den aufwirbelnden Staub effektiv band und dessen Ausbreitung minimierte.
Insgesamt waren mehr als 150 Personen an den Arbeiten beteiligt, darunter 60 freiwillige Helfer des Technischen Hilfswerks.
Stand des Rückbaus des ehemaligen Kraftwerksstandort Moorburg
Seit Oktober 2023 wird das ehemalige Kohlekraftwerk Moorburg zurückgebaut, um Platz für den 100-MW-Elektrolyseur und die Anbindung an das Wasserstoffnetz zu schaffen. Der Rückbau des Gipskreislagers und der zugehörigen Nebengebäude einschließlich der Fundamente sowie der oberirdische Rückbau der beiden Absorberbehälter sind bereits abgeschlossen. Auch die Aschesilos, die Saugzuggebäude und die Rauchgas-Entschwefelungsanlage sind zurückgebaut. Die erste Phase des Rückbaus soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein, im Anschluss starten die Bauarbeiten für den Elektrolyseur.
In der zweiten Phase ist der Rückbau des Maschinenhauses und des Hybridkühlturms geplant. Demnächst folgt außerdem der Rückbau der Kohlekreislager. Teile der bestehenden Infrastruktur und der Anlagen können zukünftig für die Wasserstofferzeugung genutzt werden. So bleiben beispielsweise die Anlagen zur Wasseraufbereitung sowie das Werkstatt- und Lagergebäude erhalten. Der bereits vorhandene Anschluss an das 380kV-Höchstspannungsnetz, über den der Elektrolyseur künftig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt wird, wird umgebaut und verlegt. Die Hamburger Energiewerke haben das Kraftwerk Moorburg im März 2023 erworben, der Rückbau wird von der Tochtergesellschaft Energie Hub Moorburg GmbH verantwortet. Die Unternehmensgruppe Hagedorn setzt den Rückbau um.
Über die Hagedorn Unternehmensgruppe
Die Hagedorn Unternehmensgruppe ist Deutschlands leistungsstärkster Rundum-Dienstleister in den Bereichen Rückbau, Entsorgung, Recycling, Tiefbau, Schwerlastlogistik, Flächenrevitalisierung und Digitalisierung. Das Familienunternehmen mit Thomas Hagedorn an der Spitze, erzielte im Geschäftsjahr 2024 eine Gesamtleistung von über 515 Millionen Euro. Damit gehört der im Jahr 1997 von Thomas Hagedorn gegründete Betrieb mit seinen über 2000 Mitarbeitern zu den Top 4 der größten und erfolgreichsten Abbruchunternehmen der Welt. Neben dem Hauptsitz in Gütersloh ist Hagedorn heute mit zusätzlichen Standorten deutschlandweit aktiv und auch international tätig.
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