Rekommunalisierung abgeschlossen

Hamburg, 23.12.2020

Wärme Hamburg Carve Out 14 Mio. Euro günstiger als geplant

Nach fast zwei Jahren ist jetzt der sogenannte Carve-Out der Wärme Hamburg, die Herauslösung aus dem Vattenfall-Konzern, erfolgreich abgeschlossen worden. Damit ist auch die Rekommunalisierung der Leitungsnetzbetreiber aus dem Volksentscheid von 2013 abgeschlossen. Die Wärme Hamburg ist als Unternehmen der Freien und Hansestadt Hamburg im Hinblick auf die zuvor erbrachten Dienstleistungen somit nicht länger von Vattenfall abhängig. Die gute Nachricht: Während vor allem getrieben durch hohe IT-Kosten ursprünglich rd. 56 Mio. Euro veranschlagt wurden, wird das Projekt in der Endabrechnung rd. 14 Mio. Euro unter der Prognose bleiben. 
 
Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Energie und Klima sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Wärme Hamburg GmbH: „Mit diesem Schritt ist der Rückkauf der Energienetze abgeschlossen. Hamburg verfügt wieder vollständig über die Verteilnetze für Strom, Gas und über die komplette Wärmegesellschaft. Das schafft neue Synergien und ermöglicht der Stadt viel größere Spielräume für eine aktive Energie- und Klimapolitik. Beim Kohleausstieg in der Wärme, beim Ausbau der E-Ladesäulen oder beim Aufbau von Wasserstoffnetzen zeigt sich ganz konkret, dass die Rekommunalisierung eine Menge Vorteile für die Stadt und für die Hamburgerinnen und Hamburgern bringt.“
 
Christian Heine, kaufmännischer Geschäftsführer der Wärme Hamburg:
„Schwierigste Aufgabe im Rahmen des Carve Out war die Überführung der über 100 IT-Anwendungen von Vattenfall in den Gemeinschaftsbetrieb IT. Da die Wärme entlang der gesamten Wertschöpfungskette tätig ist, waren es nochmal deutlich mehr Anwendungen als bei den Carve-Out-Prozessen von Stromnetz und Gasnetz Hamburg. Dennoch haben wir aus den vorherigen Carve-Out Projekten gelernt und die Effizienz bei der Herauslösung nochmal gesteigert. Diese Effizienzgewinne haben dazu geführt, dass das Unternehmen mit 42 Mio. Euro „Trennungskosten“ deutlich unter den erwarteten Kosten geblieben ist.“
 
Innerhalb des Carve-Outs wurden verschiedene Funktionen in der Wärme neu aufgebaut bzw. gestärkt. Dazu gehören beispielsweise die neuen Geschäftsbereiche Personal, Finanzen und Energiewirtschaft, aber auch Stabsfunktionen wie die Kommunikation, die Genehmigung, Strategie, der betriebsärztliche Dienst oder der Rechtsbereich. 59 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aus diesem Anlass von Vattenfall zur Wärme Hamburg übergegangenen. Andere Funktionen wurden innerhalb der Wärme nicht neu aufgebaut, da es effizienter ist, Dienstleistungen aus dem städtischen Konzernverbund zu beziehen. So wird u.a. die Gehaltsabrechnung von Stromnetz Hamburg, der Einkauf von Gasnetz Hamburg und der Fuhrpark von Hamburg Wasser betreut.