Noch mehr grüne Wärme aus Wedel
Hamburg, 04.07.2025Die Leistung wurde von 80 MW auf 100 MW erweitert: Die Power-to-Heat-Anlage in Wedel liefert grüne Fernwärme fürs Hamburger Stadtnetz. Foto: HEnW
Leistung der Wind-zu-Wärme-Anlage von 80 MW auf 100 MW erweitert
Zukünftig kann sie während der Heizperiode noch mehr Hamburger Haushalte mit grüner Fernwärme versorgen: Die Leistung der Power-to-Heat-Anlage Wedel wurde um 20 Megawatt (MW) auf 100 MW erweitert. Rein rechnerisch können damit insgesamt bis zu 33.000 Haushalte und somit 6.000 Haushalte mehr als bisher heißes Wasser zum Duschen und Heizen aus umgewandeltem Windstrom erhalten. Die Hamburger Energiewerke unterstreichen mit der Kapazitätserhöhung die Bedeutung der Power-to-Heat-Technologie für die Wärmewende. Die Wedeler-Anlage steigert den Anteil an grüner Wärme im Stadtnetz und reduziert dadurch den Einsatz fossiler Brennstoffe.
Die Power-to-Heat-Anlage (PtH) Wedel hat mittlerweile bereits die zweite Heizperiode absolviert. Die Anlage kann immer dann eingesetzt werden, wenn in Norddeutschland mehr Windenergie produziert wird, als über die Stromleitungen abtransportiert werden kann. Kommt es zu solchen Netzengpässen, kann 50Hertz eine Aktivierung der Anlage als sogenannte Redispatch-Maßnahme anfordern und so das Netz stabilisieren. Grundlage dafür ist § 13 Abs. 6a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Die Hamburger Energiewerke nutzen den Windstrom dann, um grüne Fernwärme zu erzeugen. Darüber hinaus können die Hamburger Energiewerke die Anlage auch selbst betreiben. Dies ist dann ökonomisch und ökologisch sinnvoll, wenn es durch Erneuerbare Energien ein Überangebot an Strom gibt und der Strompreis an der Börse sehr niedrig bzw. negativ ist. Seit Inbetriebnahme im November 2023 kam die Anlage bis Ende Juni 2025 auf 2.500 Betriebsstunden und hat insgesamt 93.000 Megawattstunden (MWh) Wärme ins Fernwärmenetz eingespeist. Die Investitionskosten für die Anlage und deren Anbindung an das Stromübertragungsnetz wurden vom Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz getragen, die Hamburger Energiewerke betreiben sie seit 2023.
Kirsten Fust, Sprecherin der Geschäftsführung Hamburger Energiewerke: „Power-to-Heat-Anlagen sind ein hervorragendes Beispiel für Sektorenkopplung und damit ein weiterer Baustein der Energiewende. Mit ihrer Eigenschaft Ökostrom in Wärme umzuwandeln, sind sie ein wichtiger Bestandteil unseres Portfolios. Sie tragen dazu bei, dass wir unseren Anteil an grüner Fernwärme weiter ausbauen können.“
Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung 50Hertz: „Power-to-Heat-Anlagen können zweierlei bewirken: Das Potenzial der Erneuerbaren Energien besser ausschöpfen und Netzengpässe entschärfen. Unsere 50Hertz-Systemführung bei Berlin kann die Anlage für das sogenannte Engpassmanagement einsetzen. Das entlastet das Stromnetz. Um in Zukunft Netzengpässe zu entschärfen, ist allerdings auch der Ausbau der Stromübertragungsnetze erforderlich.“
Darüber hinaus haben die HEnW mit der Power-to-Heat-Anlage Karoline seit März diesen Jahres eine weitere Wind-zu-Wärme-Anlage in Betrieb. Grundlage ist der neue Paragraph 13k im Energiewirtschaftsgesetz („Nutzen statt Abregeln“), der nun auch Bestandsanlagen einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht. Karoline ist deutschlandweit die erste Anlage, die im Rahmen des neuen Instruments zur Stromnetz-Entlastung eingesetzt wurde. Die Power-to-Heat-Anlage Karoline hat eine Leistung von 45 Megawatt, wird aber zunächst testweise nur mit 20 Megawatt Leistung während der Heizperiode eingesetzt. Mit dieser Leistung lassen sich rechnerisch ca. 6.700 Hamburger Haushalte mit grüner Fernwärme versorgen. Die Anlage diente in der Vergangenheit stets dazu, die Versorgungssicherheit in der Fernwärme zu gewährleisten, kam aber nicht zum Einsatz.
Auch die im Bau befindliche GuD-Anlage im Energiepark Hafen wird mit einer 30 Megawatt Anlage ausgestattet. Die Hamburger Energiewerke sind davon überzeugt, dass diese flexiblen Lasten im Energiesystem der Zukunft eine wesentliche Rolle spielen werden.
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Hamburger Energiewerke
Friederike Grönemeyer
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