Neue Großwärmepumpe für Bergedorf-West
Hamburg, 17.07.2025Neue Wärmepumpenanlage in Bergedorf-West. Vorne: Die künftigen Garagen mit den Luftkühlern. Hinten: Das alte Heizwerk und das neue Wärmepumpengebäude. (Bild: Hamburger Energiewerke)
Neue Großwärmepumpe für Bergedorf-West
Die Hamburger Energiewerke (HEnW) stellen ihre Wärmeversorgung Schritt für Schritt auf klimafreundliche Quellen um – im großen Stadtnetz ebenso wie in dezentralen Netzen. Mit dem Bau einer neuen Großwärmepumpenanlage am Standort des Heizwerks Bergedorf-West entsteht bis Ende 2026 eine moderne dezentrale Erzeugungseinheit, eine der größten dieser Art in einem Hamburger Wohnquartier. Die Hamburger Energiewerke haben das Wärmenetz im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung ab 2024 als Betreiberin übernommen. Die SAGA Unternehmensgruppe ist Eigentümerin großer Teile der Liegenschaften und stellt Flächen und Infrastruktur für das Projekt zur Verfügung. Erste Arbeiten beginnen im Herbst 2025.
In Bergedorf-West errichten die Hamburger Energiewerke eine neue Luft-Wärmepumpe mit vier Megawatt thermischer Leistung. Sie nutzt lokale Umweltwärme und verdrängt auf diese Weise fossile Energieträger in der Wärmeerzeugung. Für die Kunden der Hamburger Energiewerke heißt das: Ihre Wärme erfüllt schon heute die Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes bezüglich des erneuerbarer Energien Anteils ab 2030. Die Hamburger Energiewerke planen, bauen und betreiben die neue Anlage – Warmwasser und Heizwärme fließen zuverlässig weiter.
Michael Prinz, Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke: „Die Wärmewende in der Großstadt gelingt nur, wenn wir als Energieversorger Lösungen für Quartiere bieten. In Bergedorf-West errichten wir eine moderne Großwärmepumpe, die vor Ort und damit unabhängig von fossilen Energien klimafreundliche Wärme erzeugt. Damit erfüllen wir auf einen Schlag und für das ganze Quartier die Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes ab 2030. Wir kümmern uns um die neue Technologie, die Menschen vor Ort profitieren von klimaneutraler Wärme. Bergedorf-West ist ein gutes Beispiel, wie wir auch dezentrale Bestandsnetze klimafreundlich gestalten – mit Großwärmepumpen als Schlüssel zur Wärmewende.“
Die neue Luft-Wärmepumpe wird in einem neuen Technikgebäude errichtet, das direkt an das heutige Anlagengelände des Heizwerks angrenzt. Die dazugehörigen Luftkühler werden platzsparend auf den Dächern von neu errichteten Garagen installiert. Die neue Anlage senkt den Ausstoß an CO2-Emissionen um jährlich rund 2.000 Tonnen. Ein umfassendes Schallschutzkonzept reduziert die Lärmemissionen gegenüber dem bisherigen Heizwerk-Betrieb. Mit der neuen Wärmeversorgung wird das Quartier gleichzeitig auch ökologisch aufgewertet: Die Hamburger Energiewerke pflanzen 42 neue Bäume, entsiegeln Flächen und legen Gründächer und blühende Gehölze an. Am Ladenbeker Furtweg entstehen neue Aufenthaltsflächen mit Sitzgelegenheiten.
Funktionsweise der Luft-Wärmepumpenanlage
Die Luft-Wärmepumpe gewinnt mittels der Luftkühler Wärme aus der Umgebungsluft – sogar bei niedrigen Temperaturen. Ein Ventilator saugt die Umgebungsluft an und leitet sie an einen Verdampfer, in dem ein flüssiges Kältemittel zirkuliert. Dieses nimmt die Wärme auf und wird dadurch gasförmig. Ein Verdichter komprimiert das Gas mittels elektrischer Energie, wodurch sich die Temperatur erhöht. Das so erhitzte Kältemittel gibt seine Wärme an einen Verflüssiger weiter. Dieser gibt die Wärme an den Heizkreislauf ab. Das Kältemittel kühlt ab und wird wieder flüssig. Anschließend verliert es durch ein Expansionsventil seinen Druck und der Kreislauf beginnt erneut. Die Wärmepumpe nutzt die in der Umgebungsluft gespeicherte Energie besonders effizient: Aus 1 Kilowattstunde Strom erzeugt sie bis zu 3,2 Kilowattstunden Wärme. Die HEnW gewährleisten die Wärmeversorgung bei Verbrauchsspitzen an besonders kalten Tagen oder bei Ausfallzeiten der Wärmepumpe durch den Einsatz von Gaskesseln.
Zahlen, Daten, Fakten
Leistung der Wärmepumpe: 4 Megawatt thermisch (MWth)
Vollbenutzungsstunden: zirka 5.000
CO2-Einsparung: ca. 2.000 Tonnen jährlich
Versorgungsleistung: 2.600 Wohneinheiten und 201 Gewerbeeinheiten
Netzlänge: 3,8 Kilometer
Geplanter Baubeginn: Herbst 2025
Geplante Inbetriebnahme: Ende 2026
Bildmaterial unter https://t1p.de/tj8rb
Bildnachweis: Hamburger Energiewerke
Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Hamburger Energiewerke GmbH
David Kappenberg, Unternehmenskommunikation
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