Meilenstein für den Energiepark Hafen: Anlieferung der Gas- und Dampfturbinen

Hamburg, 21.12.2023
Anlieferung der Dampfturbine der neuen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage – dem Zentrum des Energiepark Hafen. Bild: Hamburger Energiewerke.

Bild: Anlieferung der Dampfturbine der neuen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage – dem Zentrum des Energieparks Hafen. Bilder: Hamburger Energiewerke

Die Arbeiten an der Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) kommen sichtbar voran: In dieser Woche wurde die Dampfturbine auf ihr Fundament gesetzt. Zuvor hatte ein Kran bereits die erste von zwei Gasturbinen an ihren zukünftigen Einsatzort gehoben. Die zweite folgt in Kürze. Auf dem Grundstück an der Dradenaustraße entsteht mit dieser neuen und hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) das Zentrum des zukünftigen Energieparks Hafen. Dieser neue Erzeugungspark löst zusammen mit der Abwärme aus dem zukünftigen Zentrum für Energie und Ressourcen (ZRE) Ende 2025 das Heizkraftwerk Wedel ab. Damit wird der Kohleausstieg Hamburgs eingeleitet, der spätestens 2030 in Tiefstack vollendet wird. 

Gegen Mittag herrschte kurzfristig Flaute: Also optimale Bedingungen, um die Dampfturbine vom Schwertransporter zu entladen. Ein Spezialkran hob das 60 Tonnen schwere Gerät auf den 15 Meter hohen Dampfturbinentisch. Vor einigen Wochen war bereits die erste Gasturbine des Typs SGT 800 in der Nacht angeliefert und kurze Zeit später eingebaut worden. Wenn Anfang Januar die zweite Gasturbine ebenfalls verbaut ist, entsteht in einem nächsten Schritt der sogenannte Powerblock. Dazu werden die Turbinen, die Kessel und die Wärmetauscher mit Wänden in Stahlskelettbauweise umbaut und zu einem Gebäudekomplex zusammengefasst. Die Dampfturbine wird später aus einer Sammelschiene gespeist. Das bedeutet, dass der Dampf, der in den Kesseln produziert wird, dort zusammenläuft und die Dampfturbine versorgt. Im sogenannten Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess (KWK-Prozess) wird gleichzeitig Wärme und Strom produziert.    

Im Energiepark Hafen wird ein erheblicher Teil der Wärme aus verschiedenen umliegenden Abwärmequellen stammen. Diese Abwärme erreicht die Anlage mit unterschiedlichen Temperaturen. Die GuD-Anlage dient dazu, die klimaneutrale Wärme zu ergänzen, aufzuheizen, zu speichern und abzusichern.

Olaf Schümann, verantwortlicher Projektleiter GuD bei den Hamburger Energiewerken: „Wir bauen hier ein hochmodernes Kraftwerk, das uns fit für die Energiezukunft macht. Die GuD ist schon heute auf die Verwertung von synthetischem Gas ausgelegt, so dass wir sie perspektivisch auf Basis klimaneutraler Brennstoffe betreiben können.“  

Insgesamt erbringt die KWK-Anlage eine Leistung von 290 MWth und eine max. elektrische Leistung von 180 MW. Dabei ist auch eine Power-to-Heat-Anlage mit 30 Megawatt Teil des Konzeptes. Diese ermöglicht eine Integration von Windenergie. Für zusätzliche Flexibilität sorgt ein Wärmespeicher. Dieser fasst etwa 50 Millionen Liter Wasser und wird rund 50 Meter hoch sein. Eine weitere Besonderheit: Die GuD ist schwarzstartfähig. Im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls, einem sogenannten Blackout, kann sie ohne externe Stromquellen angefahren werden und das Stromnetz schrittweise in Teilen mit Elektrizität versorgen. Die Anlage wird 2025 fertiggestellt und startet dann in den Betrieb. Zusammen mit der Abwärme der ZRE wird der Energiepark Hafen ca. 180.000 Wohneinheiten mit Wärme versorgen und die CO2-Emissionen um ca. 360.000 Tonnen reduzieren. 

 

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Friederike Grönemeyer

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