Grüner Wasserstoff für Hamburg: 100-MW-Elektrolyseur macht sichtbare Fortschritte
Hamburg, 17.09.2026Senatorinnen Katharina Fegebank und Melanie Leonhard besichtigen Baustelle des Projektes Hamburg Green Hydrogen Hub
Der Elektrolyseur des Hamburg Green Hydrogen Hubs (HGHH) nimmt weiter Gestalt an: Bis Ende August lieferten 36 Schwertransporter die Stacks für die 100-MW-Anlage. Nach und nach wurden die Module an ihren Platz geschoben. Derzeit werden sie installiert. Zusätzlich laufen die Abschlussarbeiten an der Halle für die Elektrolyseanlage. Heute nun machten sich Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard und Umweltsenatorin Katharina Fegebank selbst ein Bild vom aktuellen Fortschritt des Wasserstoffprojektes, das Luxcara und die Hamburger Energiewerke am Standort des ehemaligen Kraftwerks Moorburg umsetzen.
Bereits im Mai waren die sechs Transformatoren angeliefert und eingebaut worden. Damit sind mit den Stacks nun zwei der drei Großkomponenten vor Ort. Die noch ausstehenden Kompressoren sollen nach aktuellem Planungsstand Ende des Jahres angeliefert werden. Derzeit wird die Halle dafür gebaut. Die beiden Kompressoren verdichten später den Wasserstoff, damit dieser in das Wasserstoff-Verteilnetz HH-WIN eingespeist bzw. über die Trailer-Verladestation verteilt werden kann. Das HGHH-Projekt plant den kommerziellen Betriebsstart für Ende 2027. Jährlich sollen dann rund 10.000 Tonnen grüner Wasserstoff erzeugt werden. Damit leistet das HGHH-Projekt einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Hafens und der Industrie.
Katharina Fegebank, Senatorin der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Wasserstoff ist der Schlüssel für die klimaneutrale Transformation unserer Industrie. In Moorburg entsteht mit dem Elektrolyseur dafür ein zentrales Puzzleteil: ein echtes Großprojekt, das Stadt und Privatwirtschaft gemeinsam stemmen. Beeindruckend ist, in welcher Geschwindigkeit und mit welcher Entschlossenheit sich der Wandel hier vollzieht: Aus einem Kohlekraftwerk wird in wenigen Jahren ein Hub für die Energieversorgung von morgen. Im Dezember haben wir hier den Grundstein gelegt, heute sind die Herzstücke des Elektrolyseurs bereits vor Ort und werden montiert. Zusammen mit unserem Wasserstoffnetz HH-WIN liefern wir genau die Infrastruktur, die Hamburgs Wirtschaft für die Zukunft braucht.“
Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation: „Wir wollen weiter Industriestandort sein, und gleichzeitig weniger fossile Energieträger verbrauchen. Als Alternative kommt Wasserstoff in Frage – neben dem Import wollen wir dieses Gas auch hier vor Ort produzieren. In Moorburg wird die Wasserstoffwirtschaft vom Plan zur Realität, indem hier ab Ende 2027 jährlich rund 10.000 Tonnen grüner Wasserstoff produziert werden. Damit wird die Verfügbarkeit sichergestellt, Abnehmer können damit planen, und die Produktion kann künftig ausgeweitet werden. Das Projekt geht hier wichtige Schritte voran, das ist vor Ort sichtbar.“
Dr. Alexandra Bernstorff, Managing Partner Luxcara: „Das HGHH-Projekt ist ein Leuchtturm der Grünen Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland und geht mit großen Schritten voran. Zusammen mit unseren Projektpartnern und Lieferanten arbeiten wir jeden Tag in Richtung der Inbetriebnahme im kommenden Jahr. Wir sind stolz, das Projekt gemeinsam mit den Hamburger Energiewerken und mit so viel Rückenwind der Stadt Hamburg zu finalisieren.“
Kirsten Fust, Sprecherin der Geschäftsführung der Hamburger Energiewerke: „Das Projekt kommt in einem beeindruckenden Tempo vorwärts. Im Dezember vergangenen Jahres haben wir noch die Grundsteinlegung gefeiert, heute ist die Elektrolysehalle nahezu fertig und technisch bereits weit ausgestattet. Schon im kommenden Jahr wollen wir grünen Wasserstoff erzeugen. In Moorburg wird damit die Energiewende ganz konkret sichtbar.“
Das HGHH-Projekt hatte im Sommer 2024 den Förderbescheid von Bund und Land erhalten. Im Anschluss wurden die wesentlichen Bauverträge geschlossen. Im September 2024 bestellten die Projektpartner den Elektrolyseur bei Siemens Energy.
Parallel wurden die Rückbauarbeiten des ehemaligen Kraftwerks Moorburg fortgesetzt. Diese waren im Oktober 2023 gestartet, um Platz für den 100-MW-Elektrolyseur und die Anbindung an das Wasserstoffnetz zu schaffen. Im Sommer 2025 hatte das HGHH-Projekt planmäßig ein Teil-Baufeld übernommen und mit ersten vorbereitenden Baumaßnahmen begonnen. Ein halbes Jahr später folgte die offizielle Grundsteinlegung. Der Elektrolyseur basiert auf der sogenannten Proton Exchange Membrane (PEM)-Technologie. Dabei spaltet Strom Wasser in einer geschlossenen Zelle entlang einer Membran in Wasserstoff und Sauerstoff. Durch ihre flexible Fahrweise eignet sich diese Technologie besonders gut für den Betrieb mit erneuerbaren Energien. Die Stacks für den Elektrolyseur stammen aus der Gigawatt-Factory von Siemens Energy in Berlin. Die 100-MW-Elektrolyse-Anlage besteht aus insgesamt sechs Elektrolyseuren mit jeweils sechs Stackgruppen.
Der grüne Wasserstoff soll den Kunden später über das Wasserstoff-Verteilnetz HH-WIN und die ebenfalls geplante Trailer-Verladestation zur Verfügung gestellt werden. Das Verteilnetz HH-WIN wird in das bundes- und zukünftig auch europaweite Wasserstoff-Fernleitungssystem angebunden.
Das HGHH-Projekt
Die Hamburg Green Hydrogen GmbH & Co. KG (HGHH) besteht aus den beiden Partnern Luxcara (74,9 Prozent) und den Hamburger Energiewerken (25,1 Prozent) und wird als IPCEI-Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert. Am Standort in Moorburg baut das Konsortium eine 100-MW-Elektrolyseanlage für grünen Wasserstoff. Diese wird voraussichtlich 2027 den kommerziellen Betrieb aufnehmen und jährlich rund 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Mit dem Projekt leistet das Konsortium einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Hafens, der Industrie und des Verkehrs.
Über Luxcara
Luxcara ist ein unabhängiger Asset Manager, der institutionellen Investoren Investitionsmöglichkeiten in nachhaltige Energieinfrastruktur eröffnet. Das in Hamburg ansässige Unternehmen wurde 2009 gegründet. Luxcara akquiriert, strukturiert, finanziert und betreibt nachhaltige Energieinfrastruktur-Projekte als langfristiger Investor und legt dabei einen Schwerpunkt auf direkte Stromabnahmeverträge. Das Portfolio von Luxcara umfasst neben Windkraft- und Photovoltaikanlagen auch Infrastruktur, wie Ladestationen für Elektrofahrzeuge und die Herstellung von grünem Wasserstoff. Mit seinem umfangreichen Track-Record ist Luxcara einer der erfahrensten Asset Manager im Bereich der nachhaltigen Energieinfrastruktur.
Weitere Informationen über Luxcara erhalten Sie auf www.luxcara.com und www.linkedin.com/company/luxcara
Über die Hamburger Energiewerke
Die Hamburger Energiewerke GmbH sind ein zu 100 Prozent städtischer Energieversorger. Das Unternehmen beliefert mehr als 170.000 Kunden der Hansestadt mit Ökostrom und Gas. Darüber hinaus betreiben die Hamburger Energiewerke eines der größten Fernwärmenetze Deutschlands und versorgen rechnerisch über 540.000 Wohneinheiten mit Stadtwärme zum Heizen und zur Warmwasserbereitung. Über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich beim städtischen Energieversorger für das Gelingen der Energie- und Wärmewende. Bis spätestens 2030 wird die Wärmeerzeugung aus Steinkohle vollständig ersetzt, bis 2040 wird die Wärmeversorgung klimaneutral. Im gleichen Zuge wird das Anlagenportfolio aus erneuerbaren Energien ausgebaut. Die Hamburger Energiewerke leisten den größten Einzelbeitrag zum Erreichen der Hamburger Klimaziele.
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