Gas- und Dampfturbinenanlage im Energiepark Hafen erreicht wichtigen Meilenstein
Hamburg, 08.10.2026First Fire: Gasturbine erfolgreich gezündet
Die neue Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) im Energiepark Hafen hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: In der vergangenen Woche wurde erstmals eine Gasturbine gezündet und kontrolliert mit Brennstoff betrieben. Mit dem sogenannten „First Fire“ hat das Projekt einen ersten zentralen Testlauf erfolgreich im Inbetriebsetzungsprozess absolviert. Bis Ende des Jahres soll die neue GuD in Betrieb sein und erste Fernwärme in das Stadtnetz einspeisen.
Katharina Fegebank, Aufsichtsratsvorsitzende der Hamburger Energiewerke und Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Mit dem erfolgreichen First Fire der neuen Gas- und Dampfturbinenanlage im Energiepark Hafen erreichen wir einen echten Meilenstein für die Energie- und Wärmewende in Hamburg. Der Energiepark Hafen ist ein zentraler Baustein für den Kohleausstieg und die Ablösung des Heizkraftwerks Wedel. Damit kommen wir unserem Ziel näher, die Hamburger Fernwärme Schritt für Schritt klimafreundlicher aufzustellen und künftig viele Tausend Tonnen CO2 einzusparen. Gleichzeitig gilt für uns: Klimaschutz und Versorgungssicherheit gehören zusammen. Mit dem Energiepark Hafen nutzen wir schon in wenigen Monaten neue innovative und klimafreundliche Wärmequellen im Hamburger Fernwärmenetz – und machen die Wärmeversorgung unserer Stadt damit zukunftsfähig.“
Kirsten Fust, Sprecherin der Geschäftsführung der Hamburger Energiewerke: „Das erfolgreiche First Fire ist für uns ein besonderer Moment. Der Testlauf hat gezeigt, dass die Technik wie vorgesehen funktioniert und die Systeme sicher zusammenspielen. Damit haben wir ein wichtiges Etappenziel in der Inbetriebsetzung unserer neuen Gas- und Dampfturbinenanlage erreicht. Mein herzlicher Dank gilt dem gesamten Projektteam für ihren Einsatz.“
Die Vorbereitungen für First Fire waren enorm: Im Vorfeld mussten rund 70 Systeme für sich allein getestet werden, damit beim Zünden der Gasturbine das Zusammenspiel funktioniert. Dazu zählten beispielsweise das System der Gasturbine, das Erdgasversorgungssystem, das Dampfsystem sowie die Leit- und Elektrotechnik. Darüber hinaus wurden über 20.000 Signale kontrolliert, um sicherzustellen, dass diese zusammen mit den Systemen korrekt funktionieren und in der Leitwarte angezeigt werden. Im Anschluss an First Fire folgen jetzt unter anderem weitere technische Prüfungen sowie Tests für die Synchronisation mit dem Stromnetz. Anschließend wird die Anlage schrittweise in die Energieversorgung eingebunden.
Energiepark Hafen steht in den Startlöchern
Der Energiepark Hafen löst das Heizkraftwerk Wedel ab. Die neue und hocheffiziente Gas- und Dampfturbinen-Anlage im Energiepark Hafen ist in Deutschland ein Novum, da sie über ein separates Drittwärmesystem verschiedene klimaneutralen Wärmequellen* mit unterschiedlichen Temperaturniveaus für die Hamburger Wärmeversorgung einbindet, aufheizt, speichert und absichert. Die GuD ist zu über 95 Prozent fertiggestellt und soll nach aktuellem Planungsstand Ende des Jahres in Betrieb sein. Die Südleitung, die die GuD an das Stadtnetz anbindet, ist vollständig mit Wasser befüllt und somit startklar. Die einzelnen Komponenten des neuen Erzeugerparks wie die Power-to-Heat-Anlage, die Abwasser-Wärmepumpe sowie der Wärmespeicher gehen in Betrieb, sobald die GuD-Anlage reibungslos läuft. Im kommenden Jahr sollen dann außerdem noch die klimaneutralen Wärmequellen wie die unvermeidbare Abwärme von der Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm und dem Stahlkonzern Arcelor Mittal eingebunden werden.
Die Versorgungssicherheit hat beim Wechsel der Kraftwerke Priorität: Daher sichert das Heizkraftwerk Wedel den Betrieb der neuen GuD-Anlage ab und läuft bis zum Ende der Heizperiode 2026/2027 parallel, um danach in die Konservierung zu gehen. Die Hamburger Energiewerke planen weiterhin, das Heizkraftwerk Wedel ab dem 1. Juli 2027 stillzulegen.
*Die klimaneutrale Wärme stammt aus unvermeidbarer Abwärme und einer Großwärmepumpe.
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