Fernwärme im Hamburger Stadtnetz mit verbesserten Werten
Hamburg, 25.08.2026Das BORX Bürogebäude in Borgfelde ist ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig konzipiert und geplant. Die Versorgung mit HEnW Stadtwärme ist ein Baustein des umfassenden Konzepts. Foto: dreidesign für STRABAG Real Estate
Wohnungswirtschaft und Gebäudeeigentümer profitieren von neuem Primärenergiefaktor
Die Hamburger Energiewerke können beim großen Stadtnetz einen deutlich verbesserten Primärenergiefaktor (PEF) und Emissionsfaktor vorweisen. Die neu bescheinigten Werte spiegeln die bisherigen Fortschritte bei der Dekarbonisierung der Hamburger Wärmeversorgung wider und berücksichtigen den Kohleausstieg bis spätestens Ende 2030. Der niedrigere PEF ist für Haus- und Gebäudeeigentümer von großem Vorteil, um die energetischen Anforderungen an ihr Gebäude zu erfüllen.
Die Hamburger Energiewerke haben den sogenannten Primärenergiefaktor (PEF) für das Stadtnetz neu bescheinigen lassen. Der PEF, der den ressourcenschonenden Umgang mit Energie misst, hat sich auf Basis von Plandaten von 0,33 auf 0,24 verbessert. In die Neubewertung fließt der aktuelle Planungsstand des für Anfang der 2030er-Jahre vorgesehenen Anlagenparks zur Wärmeerzeugung ein.
Eine wesentliche Rolle für den verbesserten PEF spielt der modulare Energiepark Tiefstack, der bereits in großen Schritten realisiert wird. So ist die industrielle Abwärme von Aurubis und zusätzliche Abwärme von der Müllverwertung Borsigstraße in das Stadtnetz eingebunden. Die Steinkohleverfeuerung im Heizkraftwerk Tiefstack soll bis spätestens Ende 2030 abgelöst werden und auf dem Kraftwerksgelände ist bereits ein Wärmespeicher im Bau. Da die Planungen für den Energiepark bereits weit fortgeschritten sind, lässt sich die künftige Wärmeerzeugung verlässlich abbilden und in die Berechnung des neuen Planwerts einbeziehen.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die neuen Werte zeigen eindrucksvoll, wie konsequent Hamburg die Wärmewende vorantreibt. Mit dem verbesserten Primärenergiefaktor und dem deutlich gesenkten Emissionsfaktor setzen wir Maßstäbe für eine klimafreundliche Wärmeversorgung. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, unsere Stadt zukunftssicher und sozial gerecht mit Wärme zu versorgen. Ein starkes Signal an alle Haus- und Gebäudeeigentümer, dass sich der Umstieg auf nachhaltige Wärme in Hamburg lohnt.“
Michael Prinz, Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke: „Unsere Stadtwärme ist schon heute eine attraktive Lösung für Gebäudeeigentümer. Der verbesserte Primärenergiefaktor belegt unsere Fortschritte und erleichtert die Erfüllung energetischer Vorgaben. Wir sind bei der Wärmewende auf Kurs: Bereits mehr als 30 Prozent unserer Wärme stammen aus Abwärmequellen der Industrie und Müllverwertung. Mit dem Kohleausstieg bis spätestens Ende 2030 verbessern wir unsere Stadtwärme weiter und senken zugleich die CO2-Emissionen in Hamburg.”
Der neue Wert zeigt die hohe Qualität der künftigen Stadtwärme der Hamburger Energiewerke. Zum Vergleich: Technisch moderne Gas- und Ölzentralheizungen mit Brennwerttechnik kommen in der Regel nur auf einen Primärenergiefaktor von 1,15. Eine effiziente Wärmepumpe mit einer beispielhaften Jahresarbeitszahl von 4 kommt auf einen Primärenergiefaktor von 0,45 bei reinem Netzstrombezug. Der neu bescheinigte PEF für das Stadtnetz der Hamburger Energiewerke liegt mit 0,24 deutlich darunter und verbessert die energetische Gesamtbewertung von Gebäuden. Für Haus- und Gebäudeeigentümer kann dies den Bedarf an zusätzlichen energetischen Sanierungsmaßnahmen verringern und die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen erleichtern.
Im Einklang mit dem verbesserten PEF reduziert sich auch der spezifische Emissionsfaktor, der die Kohlendioxid-Emissionen pro Kilowattstunde Wärme bemisst, von 64 g CO2/kWh auf 10 g CO2/kWh.
Der Primärenergiefaktor (PEF) gibt Aufschluss über die zum Heizen aufzuwendende Menge an Primärenergie und berücksichtigt auch vorgelagerte Ketten wie die Verarbeitung und den Transport der Brennstoffe. Alle Anbieter von Wärme müssen ihre Produkte regelmäßig von unabhängigen Auditoren zertifizieren lassen. Dabei soll die aufzuwendende Menge an Primärenergie möglichst ressourcenschonend und gering sein.
Anbieter wie die Hamburger Energiewerke können sich von qualifizierten Gutachtern zertifizieren lassen. Die jüngste Bescheinigung wurde vom Institut für Energietechnik der TU Dresden ausgestellt. Die Bescheinigung erfolgt branchenüblich anerkannt auf Grundlage der Arbeitsblätter FW 309-1, FW 309-5 und FW 309-7 der Arbeitsgemeinschaft Fernwärme.
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite unter:
Netz & Primärenergiefaktor - Hamburger Energiewerke
Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Bettina Schwarz
Hamburger Energiewerke GmbH
Pressesprecherin
bettina.schwarz@hamburger-energiewerke.de
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