„Fachkräftemangel darf Energiewende in Hamburg nicht ausbremsen“
Hamburg, 24.01.2023Bauen Hamburgs städtische Dächer zu Solarkraftwerken um: Christian Pfister (r.) verantwortet bei HE Solar mit seinem Team den Photovoltaik-Ausbau. Mit dabei auch Projektentwickler Nico Springer. Die beiden freuen sich auf die Unterstützung durch die künftigen Solarteure.
Volle Auftragsbücher und damit lange Wartezeiten – wer eine Immobilie in Hamburg mit Erneuerbaren-Energien-Anlagen ausstatten will und sich an einen Fachbetrieb wendet, braucht viel Geduld. Denn die Betriebe kommen mit dem Ausbau kaum nach. Durch die gestiegenen Energiepreise hat sich die Nachfrage nach Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen in den vergangenen Monaten zusätzlich erhöht. Weiterer Bremsfaktor: fehlendes Fachpersonal, um die Aufträge abzuarbeiten. Die Auftragsbücher der Hamburg Energie Solar (HE Solar), ein Tochterunternehmen der Hamburger Energiewerke (HEnW), sind ebenfalls prall gefüllt. Das Unternehmen hat die Aufgabe, rund 400 städtische Schulen sowie öffentliche Liegenschaften in den kommenden Jahren mit Photovoltaik auszustatten. Dafür arbeitet HE Solar bei der Installation der Photovoltaik-Anlagen mit mehreren regionalen Betrieben zusammen. Damit die Solardachoffensive nicht ins Stocken gerät, bilden die Hamburger Energiewerke ab 01. September 2023 erstmals selbst fünf Fachkräfte für Solartechnik aus. Nach ihrer Ausbildung sollen sie bei HE Solar die Energiewende auf Hamburgs Dächern mit vorantreiben.
Christian Heine, Sprecher der Geschäftsführung der Hamburger Energiewerke: „Der Fachkräftemangel darf die Energiewende in Hamburg nicht ausbremsen. Wir wollen das Tempo beim Photovoltaik-Ausbau deutlich erhöhen, um die städtischen Gebäude in den kommenden Jahren wie geplant auszustatten, doch Fachkräfte sind kaum verfügbar. Daher bilden wir ab diesem Herbst zum ersten Mal Solarteure selber aus. So machen wir uns unabhängiger vom akuten Personalmangel in der Branche und steuern diesem aktiv entgegen. Und unseren künftigen Kolleginnen und Kollegen bieten wir beste berufliche Zukunftsperspektiven.“
Während der zweijährigen Ausbildung erlernen die künftigen Fachkräfte für Solartechnik alle Fähigkeiten, um Photovoltaik-Anlagen zu planen, errichten und in Betrieb zu nehmen. Damit geht das Betätigungsfeld der Fachkräfte, häufig auch als Solarteurin bzw. Solarteur (von „Solar“ und „Monteur“) bezeichnet, über die Beschäftigung als reine Monteure von Photovoltaik-Anlagen deutlich hinaus. Die Ausbildung selbst bietet eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis. Das Installieren und Anschließen von Energietechnik steht dabei ebenso auf dem Lehrplan wie das Konfigurieren von IT-Systemen, die technische Kommunikation und Dokumentation sowie die Bereiche Sicherheits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Das Gros der Fähigkeiten erlernen die Nachwuchskräfte während ihrer Ausbildung zu Industrieelektrikerinnen und -elektrikern. In diese ist eine fünfwöchige Fortbildung zur Fachkraft für Solartechnik integriert. Die Stromnetz Hamburg, ein Tochterunternehmen der Freien und Hansestadt Hamburg, übernimmt die praktische Ausbildung zum Industrieelektriker. In Kooperation mit Elbcampus, dem Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Hamburg, ermöglicht das Unternehmen überdies die Zusatzqualifikation zur Solarfachkraft.
Ziel ist es, die Nachwuchskräfte nach ihrer Ausbildung bei HE Solar zu beschäftigen. HE Solar hat die Aufgabe, die städtischen Schulen und Liegenschaften in den kommenden Jahren mit Photovoltaik zu bestücken. Der vor Ort erzeugte Sonnenstrom wird maßgeblich an die Gebäudenutzer geliefert, die dadurch Betriebskosten einsparen und von einer Stabilität der Stromkosten profitieren.
Im vergangenen Jahr gingen die beiden Pilotanlagen (Stadtteilschule Horn, Grundschule Eckerkoppel) in Betrieb und der Bau von sieben weiteren Anlagen startete. Damit sind dann dieses Frühjahr bereits Anlagen mit einer Leistung von 900 Kilowattpeak in Betrieb. In diesem Jahr sollen noch weitere Anlagen mit einer Leistung von rund 2,5 Megawattpeak folgen.
In diesem Jahr bieten die Hamburger Energiewerke insgesamt fünf Ausbildungsplätze. Auch in den kommenden Jahren will das Unternehmen Auszubildende im Bereich Solartechnik ausbilden. Wer die Energiewende in Hamburg als Fachkraft für Solartechnik aktiv mitgestalten will, kann sich noch bis zum 31. Juli 2023 ‑ bevorzugt online ‑ bei den Hamburger Energiewerken bewerben. Die Bewerbenden sollten sich für moderne Technologien begeistern, einen mittleren Schulabschluss vorweisen können und echte Praktikerinnen und Praktiker sein. Außerdem wichtig: absolute Schwindelfreiheit. Denn bei der zukünftigen Tätigkeit geht es auch immer mal wieder rauf auf Hamburgs Dächer. Willkommener Nebeneffekt: traumhafte Ausblicke auf die schönste Stadt der Welt.
Über Hamburg Energie Solar
Die Hamburg Energie Solar GmbH ist eine 100%ige Tochter der Hamburger Energiewerke GmbH. Sie wurde 2009 mit dem Ziel gegründet, in der Freien und Hansestadt Hamburg maßgeschneiderte Solarprojekte zu entwickeln und zu realisieren. Mit der Solarpflicht für Dächer von Neubauten und bei Dachsanierungen, die mit dem Hamburgischen Gesetzes zum Schutz des Klimas eingeführt wurde, konzentriert sich das Unternehmen vor allem auch auf Schulen, Behörden und Institutionen. Das Leistungsspektrum von Hamburg Energie Solar reicht von der Beratung, über Konzeption und Planung bis hin zur fertig installierten Photovoltaikanlage, um den lokal auf den Dächern erzeugten Ökostrom direkt vor Ort in Büros und Klassenräumen nutzbar zu machen. Damit leistet Hamburg Energie Solar einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der städtischen Klimaschutzziele.
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Hamburger Energiewerke GmbH, Pressesprecher
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Hamburg Energie Solar GmbH, Pressesprecherin
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