Windstrom aus dem Hafen, für den Hafen

10.01.2024
Windkraftanlagen auf dem Gelände des Klärwerks Dradenau an der Autobahn A7, im Vordergrund Container, links im Bild Terminals, im Hintergrund die Köhlbrandbrücke

Windkraftanlage Dradenau

 

Für die Dekarbonisierung des Hafens setzen wir in unserem neuen Joint Venture mit der HPA auf Hamburgs steife Brise. Gemeinsam treiben wir den Ausbau von erneuerbaren Energien zwischen Containerterminals und Industriebetrieben weiter voran.

Der Hamburger Hafen mit seinen weitläufigen Containerterminals, Logistik- und Industriebetrieben ist nicht nur einer der geschäftigsten Umschlags- und Produktionsplätze in Deutschland. Er bietet auch viel Potenzial für erneuerbare Energien, die wir gemeinsam mit der HPA erschließen wollen.

Im Kampf gegen den Klimawandel ist eine wesentliche Herausforderung die Dekarbonisierung. CO2 entsteht aber nicht nur bei der Strom- und Wärmegewinnung aus fossilen Brennstoffen. Auch im Verkehr und gerade in der Schifffahrt spielt es eine große Rolle. Für den Hamburger Hafen ist die Dekarbonisierung ein wesentlicher Baustein, um einen Beitrag zum Hamburger Klimaplan zu leisten. 

Schon heute gibt es Landstromanlagen, die Schiffe während der Liegezeit im Hafen mit der nötigen Energie versorgen – und so den Betrieb der Schiffsmaschinen in dieser Zeit überflüssig machen. Dafür sollen erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Windkraft im Hafengebiet weiter ausgebaut und regenerative Energielösungen entwickelt werden. Die neue Gesellschaft „Erneuerbare Hafenenergie Hamburg GmbH“ wird in einer gleichberechtigten Partnerschaft geführt, in der die beiden Unternehmen, die HPA und die Hamburger Energiewerke, ihre Kompetenzen und Fähigkeiten ergänzen.

 

Aufgabenteilung

In der neuen gemeinsamen Gesellschaft liegen die Bewirtschaftung und die (Weiter-)Entwicklung der Hafenflächen in der Verantwortung der HPA. Sie wird gleichfalls Stromabnehmerin für die neu zu errichtenden Anlagen. Die Energiewerke bringen die nötige Erfahrung für eine erfolgreiche Energiewende im urbanen Umfeld mit und übernehmen die Planung, den Bau und den Betrieb der neuen Ökokraftwerke. Im Rahmen von Machbarkeitsprüfungen werden im ersten Schritt konkrete Vorhaben für Photovoltaik- und Windkraftanlagen mit einem Gesamtpotenzial von zirka 70 Megawatt überprüft. Darüber hinaus werden kontinuierlich weitere Flächen für den weiteren Ausbau im Hafen untersucht.

"Windkraftanlagen im Hafen zu errichten ist nicht trivial, da die Genehmigungsauflagen dort sehr viel strenger als auf der grünen Wiese sind."

– Michael Prinz, Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke

Für die anstehenden Projekte müssen viele verschiedene Belange berücksichtigt werden. Gerade der Naturschutz spielt hier eine große Rolle. Im Hafen sorgt daneben aber auch der Flugverkehr des nahegelegenen Airbus-Standorts für besondere Rahmenbedingungen. Und die Betriebsabläufe und Sicherheitsvorschriften der Terminals und produzierenden Gewerbe müssen ebenfalls berücksichtigt werden. 

Denn Hamburgs Hafen ist nach wie vor nicht nur ein internationaler Umschlagspunkt für Güter aller Art, sondern auch Heimat für unterschiedliche Industriebetriebe. Mit HAMBURG WASSER, Arcelor Mittal und Trimet konnten in der Vergangenheit bereits sehr erfolgreiche Windprojekte, zum Beispiel auf dem Gelände des Hamburger Klärwerks oder der Stahlhütte realisiert werden. Unsere Erfahrungen, erneuerbare Energien in diesem urbanen Raum zu errichten und zu betreiben, sind deutschlandweit nahezu einzigartig. Diese Expertise bringen wir in die neuen Projekte ein.

Windrad von HAMBURG WASSER im Vordergrund, darunter das Hamburger Klärwerk mit eiförmigen Faultürmen und Klärbecken, im Hintergrund die Elbe und am gegenüberliegenden Ufer der Fähranleger Dockland/Fischereihafen.

Die gemeinsame Gesellschaft soll im Frühjahr dieses Jahres vorbehaltlich eines positiven Ergebnisses der Prüfung nach Landeshaushaltsordnung gegründet werden. Über die zukünftigen Freiflächen-PV- und Windkraftanlagen sollen maßgeblich die HPA und Hafenunternehmen vor Ort mit grünem Hafenstrom versorgt werden. Den Betrieb der Anlagen sollen die Energiewerke gewährleisten, die den erzeugten erneuerbaren Strom anschließend auch abwickelt und an die Stromabnehmer liefern werden.