Wärmenetz Wilhelmsburg wächst – und wird noch klimafreundlicher
Magazin, 08.09.2025In Wilhelmsburg entsteht ein Stück Zukunft: Die Hamburger Energiewerke bauen das Wärmenetz auf Hamburgs größter Elbinsel weiter aus. Zentrale Rolle spielt dabei die erste Hamburger Geothermie-Anlage, die aktuell Gestalt annimmt. Mit ihr können wir künftig tausende Haushalte zuverlässig und klimafreundlich mit Wärme versorgen – rund um die Uhr, unabhängig von Jahreszeiten oder Wetter.
Geothermie als Schlüsseltechnologie
Das Prinzip ist einfach und zugleich wegweisend: In mehr als 1.300 Metern Tiefe wird warmes Thermalwasser gefördert, über Wärmepumpen auf das benötigte Temperaturniveau gebracht und dann ins Fernwärmenetz eingespeist. Anschließend wird das Wasser wieder zurückgeführt – ein geschlossener Kreislauf.
- Tiefe der Bohrungen: ca. 1.300 bis 1.400 Meter
- Temperatur des Thermalwassers: rund 48 °C
- Geothermische Wärmeleistung: ca. 6 Megawatt
- Versorgungskapazität: mehr als 6.000 Haushalte
Fortschritte auf der Baustelle
Vor Ort geht es sichtbar voran: Der Bau des Heizhauses für die Wärmepumpen ist gestartet. Dafür wurden über 140 Fundamentpfähle in den Boden eingebracht. Hier wird künftig die mehrstufige Wärmepumpen-Anlage stehen, die die natürliche Wärme aus der Tiefe auf bis zu 85 °C anhebt. Parallel laufen auch die Leitungsbauarbeiten: Noch in diesem Jahr wird die Anbindung an den Energiebunker Wilhelmsburg fertiggestellt.
Zusammenwachsen für mehr Klimaschutz
Die bestehenden Wärmenetze – der Energiebunker und der Energieverbund – werden nun verbunden. Damit schaffen wir die Basis, um fossile Erzeuger schrittweise abzulösen und die klimaneutrale Wärmeversorgung in Wilhelmsburg auszubauen. Schon heute stammen im Netz des Energiebunkers 45 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Quellen wie Biomethan, Solarthermie und industrieller Abwärme. Mit der Geothermie können wir künftig den Erdgasanteil weiter verdrängen.
Ein Projekt mit Strahlkraft
Das Vorhaben ist Teil des Reallabors „Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg (IW3)“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Ziel ist es, Wilhelmsburg nahezu CO2-frei mit Wärme zu versorgen – und damit ein Modell für weitere Stadtteile zu schaffen.
Wilhelmsburg zeigt, wie klimafreundliche Wärmeversorgung im großen Maßstab funktioniert – und wie wir die Wärmewende Schritt für Schritt Wirklichkeit werden lassen.