Wärmenetz Wilhelmsburg wächst – und wird noch klimafreundlicher

Magazin, 08.09.2025
Zu Besuch bei der künftigen Geothermie-Anlage (v.l.: HEnW-Geschäftsführer Michael Prinz; Umweltsenatorin Katharina Fegebank; Thomas-Tim Sävecke, HEnW-Geschäftsbereichsleiter Engineering; Dr. Carsten Hansen, Leiter Forschung und Entwicklung des Geothermieprojekts). Bild: Hamburger Energiewerke

In Wilhelmsburg entsteht ein Stück Zukunft: Die Hamburger Energiewerke bauen das Wärmenetz auf Hamburgs größter Elbinsel weiter aus. Zentrale Rolle spielt dabei die erste Hamburger Geothermie-Anlage, die aktuell Gestalt annimmt. Mit ihr können wir künftig tausende Haushalte zuverlässig und klimafreundlich mit Wärme versorgen – rund um die Uhr, unabhängig von Jahreszeiten oder Wetter.

Geothermie als Schlüsseltechnologie

Das Prinzip ist einfach und zugleich wegweisend: In mehr als 1.300 Metern Tiefe wird warmes Thermalwasser gefördert, über Wärmepumpen auf das benötigte Temperaturniveau gebracht und dann ins Fernwärmenetz eingespeist. Anschließend wird das Wasser wieder zurückgeführt – ein geschlossener Kreislauf.

  • Tiefe der Bohrungen: ca. 1.300 bis 1.400 Meter
  • Temperatur des Thermalwassers: rund 48 °C
  • Geothermische Wärmeleistung: ca. 6 Megawatt
  • Versorgungskapazität: mehr als 6.000 Haushalte
Grafische Darstellung der wichtigsten Elemente des neuen Wärmenetzes in Hamburg Wilhelmsburg.

Fortschritte auf der Baustelle

Vor Ort geht es sichtbar voran: Der Bau des Heizhauses für die Wärmepumpen ist gestartet. Dafür wurden über 140 Fundamentpfähle in den Boden eingebracht. Hier wird künftig die mehrstufige Wärmepumpen-Anlage stehen, die die natürliche Wärme aus der Tiefe auf bis zu 85 °C anhebt. Parallel laufen auch die Leitungsbauarbeiten: Noch in diesem Jahr wird die Anbindung an den Energiebunker Wilhelmsburg fertiggestellt.

Zusammenwachsen für mehr Klimaschutz

Die bestehenden Wärmenetze – der Energiebunker und der Energieverbund – werden nun verbunden. Damit schaffen wir die Basis, um fossile Erzeuger schrittweise abzulösen und die klimaneutrale Wärmeversorgung in Wilhelmsburg auszubauen. Schon heute stammen im Netz des Energiebunkers 45 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Quellen wie Biomethan, Solarthermie und industrieller Abwärme. Mit der Geothermie können wir künftig den Erdgasanteil weiter verdrängen.

Das zukünftige Heizhaus der Geothermie-Anlage in Hamburg-Wilhelmsburg (Visualisierung: Hamburger Energiewerke)

Ein Projekt mit Strahlkraft

Das Vorhaben ist Teil des Reallabors „Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg (IW3)“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Ziel ist es, Wilhelmsburg nahezu CO2-frei mit Wärme zu versorgen – und damit ein Modell für weitere Stadtteile zu schaffen.

Wilhelmsburg zeigt, wie klimafreundliche Wärmeversorgung im großen Maßstab funktioniert – und wie wir die Wärmewende Schritt für Schritt Wirklichkeit werden lassen.