HERMINE vollendet Elbtunnel für Südleitung
20.01.202535 Meter unter der Elbe verbindet ein neuer Tunnel den Hamburger Hafen mit dem Hindenburgpark.
Die Fernwärmeerzeugung in Hamburg steht vor einem grundlegenden Wandel. Nach der Rekommunalisierung der Fernwärme im Zuge der Netzrückkäufe durch die Hansestadt ist es erklärtes Ziel, den Kohleausstieg voranzutreiben. Bis 2025 soll dafür das Kohlekraftwerk in Wedel durch den neuen Energiepark Hafen ersetzt werden. Dieser kombiniert eine Vielzahl klimaneutraler Wärmequellen: Abwärme aus energieintensiven Industriebetrieben, der Stahlindustrie oder aus der Abwasserreinigung des Klärwerks. Um die Wärme aus dem Hafen aber an die Haushalte auf der anderen Seite des Flusses zu liefern, war eine neue Elbquerung erforderlich.
Der Tunnel für unsere neuen Wärmeleitungen wurde etwa zwei Kilometer westlich des Elbtunnels der Autobahn A7 gebohrt, vom Köhlfleethafen bei Finkenwerder in Richtung der Elbchaussee. Im August 2022 begannen die Bauarbeiten am Startschacht. Dieser hat einen Durchmesser von 22 Metern und eine Tiefe von etwa 26 Metern. Hier wurde die Tunnelbohrmaschine HERMINE montiert und auf ihre Reise unter die Elbe geschickt. Das Bohrschild mit einem Durchmesser von 4,5 Metern wurde extra für den Untergrund der Elbe entworfen. Hinter dem 15 Meter langen Bohrkopf von Hermine wurden direkt während des Vortriebs spezielle vorgefertigte Betonsegmente verbaut, die die Außenschale des Tunnels bilden.
Mit dem Einsatzende von HERMINE erreichen wir einen entscheidenden Meilenstein für die Ablösung des Kraftwerks Wedel.
Jetzt liegen exakt 1.165 Meter hinter ihr: Die von Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank auf den Namen HERMINE (Hamburger Energiewerke Röhre MIt Neuer Energie) getaufte Tunnelbohrmaschine hat planmäßig den Zielschacht im Hindenburgpark erreicht und damit die Elbquerung vollbracht. Ihre Mission ist damit beendet: Gut ein Jahr lang hat sich HERMINE durch den Elbuntergrund gegraben und für die Hamburger Energiewerke einen neuen Fernwärmetunnel gebaut. Anfang Dezember 2024 erreichte sie den Zielschacht im Hindenburgpark.
Südleitung
Der neue Elbtunnel der Hamburger Energiewerke ist ein Abschnitt der insgesamt 7,6 Kilometer langen Südleitung, die den Energiepark Hafen mit dem bestehenden Fernwärmenetz im Westen Hamburgs verbindet. Mittlerweile sind bereits 80 Prozent der Südleitung in den Straßenabschnitten fertiggestellt, der Abschluss der gesamten Leitungsarbeiten ist für Ende dieses Jahres geplant. Anfang 2026 soll dann im Zusammenspiel mit der neuen Gas- und Dampfturbinenanlage des Energieparks Hafen und dem existierenden Fernwärmenetz heißes Wasser durch die Südleitung fließen.
"Mit dem Einsatzende von HERMINE erreichen wir einen entscheidenden Meilenstein für die Ablösung des Kraftwerks Wedel."
- Kirsten Fust, Sprecherin der Geschäftsführung Hamburger Energiewerke GmbH
Die ehemals insgesamt 280 Meter lange Tunnelbohrmaschine wird jetzt in ihre Einzelteile zerlegt und aus dem Tunnel geborgen. Der 15-Meter lange Bohrkopf wird über den Zielschacht abtransportiert, die sogenannten Nachläufer von HERMINE werden am Startschacht rausgehoben. Ein Großteil wie beispielsweise Pumpen, Behälter, Hydraulik und Motoren wird weiterverwendet. Das 36 Tonnen schwere Schneidrad, mit dem HERMINE den Untergrund der Elbe abgebaut hatte, wurde bereits Ende Dezember aus dem Zielschacht gehoben.
Nach der Demontage der Tunnelbohrmaschine startet der nächste Projektabschnitt: der Leitungsbau im Tunnel. Insgesamt werden rund 2.450 Meter Fernwärmerohre im Tunnel und im Start- und Zielschacht verlegt. Zukünftig laufen zwei Linien – ein Vor- und ein Rücklauf – durch den Tunnel. 15 Zentimeter Isolierung ummanteln die Rohre mit einem Innendurchmesser von 80 Zentimetern. So erreicht das heiße Wasser aus dem Energiepark Hafen fast ohne Temperaturverlust die Haushalte auf der anderen Elbseite.