Energieversorgung weiterhin gesichert
Magazin, 27.04.2026Der immer wieder aufflammende Konflikt im Nahen Osten sorgt nach wie vor für Verunsicherung und schwankende Preise an den Energiemärkten. Für laufende Strom- und Gasverträge der Hamburger Energiewerke hat das aber nach wie vor keine unmittelbaren Auswirkungen. Dank unserer langfristigen Beschaffungsstrategie sind unsere Kundinnen und Kunden gegen kurzfristige Preisschwankungen abgesichert.
Dieser Beitrag wird laufend aktualisiert: Stand 13.07.2026.
Warum wirkt sich der Krieg im Nahen Osten auf die Energiepreise in Deutschland aus?
Der Nahe Osten stellt nach wie vor eine zentrale Ader für die globale Versorgung mit Öl und Gas dar. Obwohl Deutschland Rohöl und Erdgas hauptsächlich aus anderen Regionen bezieht, führten die anhaltenden Lieferschwiergikeiten auf einem der wichtigsten Transportwege der Region – der Meerenge von Hormuz – zu einer Verknappung auf dem Weltmarkt und damit zu steigenden Preisen, auch hier in Deutschland.
Langfristig zeigen die Ereignisse der letzten Jahre aber vor allem eines: Je schneller Deutschland erneuerbare Energien ausbaut und damit unabhängiger von fossilen Importen wird, desto stabiler und planbarer werden auch die Energiepreise.
Was bedeutet das für meine Energieversorgung?
Für unsere Kundinnen und Kunden haben wir die benötigte Energie für dieses Jahr bereits beschafft. Die aktuellen Schwankungen wirken sich deshalb nicht auf laufende Verträge aus. Unterjährig sind dementsprechend keine Preisanpassungen zu erwarten.
Anders als viele Energiediscounter, die ihre Energie eher kurzfristig an der Börse beschaffen, setzen wir als städtischer Energieversorger auf eine langfristige Beschaffung. Dadurch können wir den Preis für unsere Kundinnen und Kunden mit laufenden Strom- oder Gasverträgen stabil halten. Kurzfristige Schwankungen und Preisspitzen an den Energiemärkten wirken sich dementsprechend nicht unmittelbar aus.
Anders sieht es allerdings bei Angeboten für Neuverträge oder bei dynamischen Tarifen aus:
Neukundenverträge
Versorgungsunternehmen müssen die Energiemengen für Neukunden, die einen neuen Strom- oder Gasvertrag abschließen, erst beschaffen. Dafür zahlen sie aktuell höhere Preise als zum Jahresanfang. Diese höheren Beschaffungskosten machen sich in den höheren Preisen für Neukundenangebote bemerkbar.
Die allermeisten Kundinnen und Kunden der Hamburger Energiewerke haben im letzten Jahr noch eine Preissenkung für ihre laufenden Stromverträge erhalten. Sie liegen damit zum Teil deutlich unter den aktuellen Neukundenpreisen. Viele Bestandskunden profitieren außerdem von langfristigen Preisgarantien. Diese sichern sie zusätzlich gegen starke Marktschwankungen ab und garantieren den jeweiligen Preis für die Laufzeit.
Als städtischer Energieversorger beschaffen wir die Energie für unsere Kundinnen und Kunden nicht kurzfristig, sondern langfristig und im Voraus. Das hat zur Folge, dass wir moderate Preise bieten können, die auch bei kurzzeitigen Preisspitzen Bestand haben.
Besonderheit „Dynamischer Tarif“
Dynamische Stromtarife funktionieren anders als Standardtarife. Sie orientieren sich direkt an den Handelspreisen für Strom und sind nicht wie die Standardtarife durch eine langfristige Beschaffung abgesichert. Der Verbrauch wird in kürzeren Abständen erfasst und jeweils mit dem aktuellen Handelspreis verrechnet. So können Haushalte in von Phasen besonders günstiger Strompreise finanziell profitieren. Andererseits sind sie mit dynamischen Tarifen im Gegenzug auch unmittelbarer von Preissteigerungen an den Energiemärkten betroffen.
Kann sich der Konflikt in Zukunft auf weiter steigende Energiekosten auswirken?
Aktuell ist nicht absehbar, wie lange der Konflikt andauern wird. Nach zwischenzeitlichen Gesprächen kam es zuletzt wieder zu zahlreichen gegenseitigen Angriffen. Auch ist unklar, wie sich ein Friedensabkommen und die damit einhergehenden Zugeständnisse zwischen den beteiligten Parteien langfristig auf den globalen Handel mit fossilen Energien auswirken werden.
Prognosen zur Entwicklung der Energiemärkte sind deshalb nicht seriös möglich. Im Falle einer erneuten Eskalation oder einer einseitigen vertraglichen Kontrolle über die Straße von Hormuz kann es aber dazu kommen, dass die Preise für fossile Energieträger weiter steigen und sich so auch langfristig höhere Preisniveaus an den Energiemärkten einstellen. Das kann, wie bereits nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022, mit einer gewissen Verzögerung insgesamt zu Preissteigerungen für Energie führen.
Für unsere Kundinnen und Kunden behalten wir die aktuellen Entwicklungen und die Situation an den Energiemärkten weiter im Blick – und kümmern uns um eine sichere und stabile Versorgung mit Ökostrom und Gas.
Wieso wirken sich fossile Energieträger wie Gas überhaupt auf den Preis für Ökostrom aus?
Für alle Strompreise in Deutschland gilt das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Der zentrale Handelsplatz dafür ist die Strombörse. Gleichzeitig wird Strom in einer bestimmten Reihenfolge ins Netz eingespeist. An erster Stelle stehen dabei immer die günstigsten Kraftwerke. In der Regel sind das erneuerbare Energien wie Wind und Sonne, da ihre Produktionskosten gegenüber fast allen anderen Energieformen am geringsten sind.
Um die gesamte Stromnachfrage zu decken, wird die benötigte Energiemenge nach und nach auch durch teurere Kraftwerke ausgeglichen. Den Börsenpreis bestimmt dann immer das letzte und damit teuerste Kraftwerk, das noch benötigt wird. Dieses Prinzip des Stromhandels wird Merit-Order genannt.
Aktuell ist die zuletzt eingesetzte Energieform häufig fossil, und in den meisten Fällen ein Gaskraftwerk. Wenn dann Gaspreise steigen (zuletzt besonders dramatisch während des russischen Überfalls auf die Ukraine), erhöht sich deshalb der Strompreis insgesamt – auch wenn ein signifikanter Teil des Stroms aus erneuerbaren Energien stammt, die für sich genommen deutlich günstiger sind, als die teuren fossilen Energieträger.
Was unternehmen die Hamburger Energiewerke dagegen?
Neben unserer langfristigen Beschaffungsstrategie, mit der wir die Preise für unsere Kundinnen und Kunden so lange wie möglich stabil halten, setzen wir vor allem auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Je größer deren Anteil ist und je häufiger der vorwiegende Teil des Strombedarfs mit Ökostrom abgedeckt werden kann, desto geringer ist der Anteil an fossilen Energieträgern, die ihrerseits die Strompreise an der Börse treiben.
Schon heute sind wir der größte Produzent von Solar- und Windstrom auf dem Gebiet der Hansestadt. Dadurch produzieren wir so viel Ökostrom in eigenen Anlagen, dass die Menge etwa der Hälfte des Bedarfs unserer Kundinnen und Kunden direkt decken könnte.
Und wir investieren weiter in Windkraft und Sonnenenergie, aber auch in Geothermie und Wasserstoff. Parallel machen wir regionale Potenziale unserer Hansestadt nutzbar: Klärgas vom Hamburger Klärwerk bildet unseren städtischen Biogasanteil für unsere Gastarife; Abwärme von Industriebetrieben liefert umweltschonende Energie für unser Fernwärmenetz. Mit der Dekarbonisierung der Fernwärme leisten wir den größten Einzelbeitrag zur CO2-Einsparung der Stadt.
All diese Maßnahmen zusammen machen uns Schritt für Schritt unabhängiger von fossilen Importen und den Schwankungen an globalen Handelsmärkten.