Baustart für neuen Wärmespeicher
Magazin, 04.03.2026Auf dem Gelände des Energieparks Tiefstack beginnt der Bau für einen neuen Wärmespeicher. Die 51 Meter hohe Konstruktion funktioniert dabei wie eine Thermoskanne für Hamburgs Fernwärmeversorgung.
Der neue Erzeugerpark am Standort Tiefstack kombiniert unterschiedliche Wärmequellen und soll die bisherige Steinkohleverfeuerung im Heizkraftwerk ablösen. Gemeinsam mit dem Energiepark Hafen vollziehen wir so die erforderliche Transformation in Hamburgs Fernwärmeversorgung – und den Kohleausstieg für Hamburg bis spätestens 2030.
Wie der Energiepark funktioniert
Für die Dekarbonisierung von Hamburgs Fernwärme setzen wir auf viele unterschiedliche Energiequellen. Der Energiepark ist deshalb ein modular aufgebauter Erzeugerpark. Er umfasst Strom- und Wärmeerzeugung am Kraftwerksstandort Tiefstack sowie weitere klimaneutrale Wärmequellen aus Abwärme und Umweltwärme.
Ein zentraler Baustein des Energieparks ist der neue Wärmespeicher, der wie eine Thermoskanne funktioniert. In ihm wird überschüssige Wärme des Energieparks zwischengespeichert und beim entsprechenden Wärmebedarf zeitversetzt wieder abgegeben.
Parallel zum Bau des Wärmespeichers wird auch die Hydraulik am Standort mit neuen Leitungen, Pumpen und Wärmetauschern angepasst. Über die Hydraulik werden die zentralen Anlagen präzise gesteuert und abgesichert sowie der Wärmespeicher mit den Erzeugungsanlagen verbunden. Durch die neue Hydraulik wird außerdem die Einspeiseleistung des Standortes ausgebaut, um die erzeugte Wärme – also große Mengen heißes Wasser – im Stadtnetz nutzen zu können. Gemeinsam machen Wärmespeicher und Hydraulik die Wärme des Energieparks flexibel nutzbar und tragen so zur Versorgungssicherheit bei.
Die Fertigstellung des Wärmespeichers ist für Ende 2027 geplant. Zusammen mit der Hydraulik soll die Inbetriebnahme im ersten Halbjahr 2029 erfolgen.
Neben dem neuen Wärmespeicher werden auf dem Gelände zwei weitere Projekte als Teil des Energieparks realisiert. Dazu zählen eine Flusswasser-Wärmepumpe in der Billwerder Bucht sowie die Umrüstung der bisherigen Feuerungsanlagen des Heizkraftwerks von Steinkohle auf Gas.
Speicher für Hamburgs Wärmeversorgung
Bereits heute nutzen wir verschiedene klimaneutrale Wärmequellen des Energieparks Tiefstack für Hamburgs Wärmeversorgung. Neben Abwärme aus der Müllverwertung binden wir auch industrielle Abwärme ein. Dafür ist bereits ein Druckwärmespeicher auf der Peute im Einsatz.
Für den Energiepark Hafen wurde ebenfalls ein Wärmespeicher errichtet, der sogar von der Autobahn deutlich sichtbar ist.
Ein weiterer Wärmespeicher verrichtet schon seit über 10 Jahren seinen Dienst als Pufferspeicher für das umliegende Quartier: hinter den meterdicken Stahlbetonmauern des Energiebunkers in Wilhelmsburg stellt der wärmeisolierte Speicher einen wichtigen Baustein für das Versorgungskonzept dar. Dieser Speicher ist bei kostenlosen Führungen auch besuch- und erlebbar.
Zahlen und Fakten
Wärmespeicher am Standort Tiefstack
- Höhe: 51 Meter, Außendurchmesser: 35 Meter
- Volumen: ca. 43.000 m3
- Wassertemperatur: 98 Grad Celsius
Energiepark Tiefstack
- Wärmeerzeugungskapazität: über 1.000 Megawatt
- Anteil klimaneutrale Wärmequellen in der Wärmeerzeugung: 65 Prozent
- CO2 Einsparung im Jahr: 340.000 Tonnen
Beide hier genannten Projekte, der Neubau des Wärmespeichers und die Überarbeitung der Hydraulik am Standort Tiefstack, werden aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie aus Mitteln der Europäischen Union unterstützt.