Gasvergleich
Vor dem Wechsel Ihres Gasanbieters steht oft zunächst der Vergleich der unterschiedlichen Versorger. Neben dem Preis pro Kilowattstunde (kWh) gibt es noch viele weitere Faktoren, die für diese Entscheidung wichtig sind, wie die Vertragslaufzeit oder auch die angebotenen Preisgarantien.
Vergleichsportale versprechen hier Orientierung im Tarifdschungel. Doch Vorsicht: Tarif ist nicht gleich Tarif. Deshalb geben wir Ihnen ein paar praktische Tipps an die Hand und beantworten die häufigsten Fragen rund um das Thema Gasanbieterwechsel.
Der Preis
Bei Befragungen geben Gaskunden regelmäßig an, dass ein günstiger Gaspreis für sie das wichtigste Argument beim Gasvergleich darstellt. Das ist auch nicht verwunderlich, denn wer möchte nicht die Chance nutzen, seine regelmäßigen Kosten zu senken und somit Monat für Monat bares Geld zu sparen?
Vergleichsportale wie Verivox und Check24 wissen das. Ihre Gaspreisrechner präsentieren uns deshalb eine große Anzahl verschiedener Gasanbieter und Tarife. Das wesentliche Kriterium für die Sortierung: Ausschließlich der Gaspreis. Der billigste Anbieter steht in der Suche oben. Doch ist der ausgewiesene Preis auch tatsächlich das objektiv günstigste Angebot?
Augen auf bei der Preisberechnung
Der Gaspreisvergleich auf einschlägigen Portalen erzählt meist nur die halbe Wahrheit, denn es wird Ihnen nur der Gaspreis im ersten Jahr angezeigt. Diese Zahl setzt sich auf der einen Seite aus dem Grundpreis pro Monat und dem Arbeitspreis pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh) zusammen, er wird aber auf der anderen Seite durch diverse Rabatte und Aktionsvorteile (meist "Neukundenbonus" genannt) kleingerechnet. Mit anderen Worten: Was auf den ersten Blick wie ein gutes Geschäft aussieht, entpuppt sich oft ab dem zweiten Jahr als unliebsame Kostenfalle.
Die Flexibilität
Die meisten Gasversorger verlangen von ihren Kunden eine Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr, in dem Sie nicht wechseln können. Aus Sicht der Versorger ist das verständlich, schließlich möchten diese sicherstellen, dass sich die Kosten für einen hohen Neukundenbonus auch rentieren. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, ob in den Vertragsbedingungen eine entsprechende Vertragslaufzeit vorgeschrieben ist und ob sich diese nach Ablauf automatisch verlängert.
Am besten trafen Sie sich die entsprechenden Fristen in den Kalender ein, so können Sie eine Kündigung rechtzeitig vornehmen. Übrigens haben Sie bei einer Preiserhöhung immer das Recht auf eine Sonderkündigung, unabhängig davon, ob Ihre Mindestvertragslaufzeit noch läuft.
Die Preisgarantie
Eine Preisgarantie sichert Sie gegen steigende Gaspreise ab. Es gibt jedoch ein paar feine Unterschiede, die Sie kennen sollten. Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von Preisgarantien (je nach Anbieter können die Definitionen und Garantieumfänge variieren):
Die Energiepreisgarantie schützt Sie lediglich vor steigenden Einkaufspreisen am Gasmarkt. Falls Netzentgelte, Steuern, Abgaben oder Umlagen steigen, kann der Versorger diese Kosten jederzeit an Sie weiterreichen.
Die eingeschränkte Preisgarantie umfasst neben dem Energiepreis zusätzlich die Netzentgelte, also die Gebühren, die Ihr Energieversorger für den Transport von Gas durch das regionale Gasnetz bis zu Ihrer heimischen Abnahmestelle zahlen muss.
Die volle Preisgarantie umfasst, wie der Name schon vermuten lässt, alle Preisbestandteile (sogar die Mehrwertsteuer) und bietet somit einen kompletten Rundum-Schutz gegen steigende Gaspreise für die gesamte Dauer Ihrer Preisgarantie. Wenn Ihnen Planungssicherheit besonders wichtig ist, sollten Sie auf eine volle Preisgarantie achten.
Der Umweltaspekt
All unsere Gastarife beinhalten eine Biogasbeimischung von bis zu 15 % (je nach gewähltem Tarif).
Biogas entsteht während eines Gärungsprozesses, bei dem Bakterien natürliche Substanzen zersetzen. Während verschiedene Umweltschutzorganisationen der Verwendung von Nutzpflanzen wie Mais, die extra für die Biogasproduktion angebaut werden, kritisch gegenüberstehen, werden folgende Substanzen als akzeptabel eingestuft:
- Landschaftspflegematerial
- Mist und Gülle aus Tierhaltungsanlagen mit eingestreuter Liegefläche und ausreichendem Platzbedarf
- Pflanzenbauliche Reststoffe und Zwischenfrüchte
- Nach ökologischen Kriterien angebaute und nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion oder zu Naturschutzbelangen stehende Biomasse
- Klärschlamm
Der richtige Anbieter
Bewusst zu vergleichen heißt auch, der Frage nachzugehen „Wer profitiert eigentlich?“. Denn in welche Tasche Ihr Geld fließt, ist angesichts großer internationaler Konzernstrukturen oft nicht sofort ersichtlich.
Warum ist das wichtig? Ganz einfach: Wenn Sie sich gezielt für einen nachhaltigen, regionalen Anbieter entscheiden, ist es vermutlich nicht in Ihrem Interesse, wenn Sie mit Ihrem Gaspreis in erster Linie die Dividenden internationaler Investoren finanzieren oder umweltschädliche Industrien subventionieren. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt daher den Wechsel zu Energieversorgern, die unabhängig sind von internationalen Konzernstrukturen.